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Silvester in Frankfurt : Feiern unter Polizeischutz

  • -Aktualisiert am

Willkommen: Auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt waren Polizisten, die für mehr Sicherheit sorgen sollten, gerne gesehen. Bild: dpa

Nach dem Anschlag in Berlin hat sich das Sicherheitsgefühl verändert. Doch lässt es sich mit patroullierenden Sicherheitskräften noch ausgelassen feiern? Stadt und Polizei stehen vor der nächsten Herausforderung: Silvester.

          Ist es fehlende Empathie, nach dem grauenvollen Ereignis am Montagabend in Berlin mit Freunden noch auf den Weihnachtsmarkt zu gehen und ein, zwei Glühwein zu trinken? Oder, im Gegenteil, ist es die demonstrative Haltung, sich von Fanatikern nicht das Leben in Frieden und Freiheit zerstören zu lassen?

          Soziologische Überhöhungen oder kulturpsychologische Deutungen sind freilich fehl am Platz. Wer am Donnerstagnachmittag die Besucher in den letzten Stunden des Frankfurter Weihnachtsmarktes beobachtete und ihren Gesprächen zuhörte, der spürte eher eine trotzig-fröhliche Stimmung mit nachdenklichem Grundton. Die Schweigeminute für die Opfer in der Hauptstadt am Dienstag sei ein bewegender Moment gewesen, wurde berichtet. Nur wenige sind offenbar bereit, angesichts menschenverachtender Mörder auf liebgewonnene Rituale und das Miteinander zu verzichten. Welche Gedanken dabei auch immer mitschwingen: Das ist das gute Zeichen einer Gemeinschaft, die sich von wenigen Extremisten nicht in ihren Grundfesten erschüttern lassen will.

          Bange, aber nicht hoffnungslos

          Das wird sich, falls nicht in der Zwischenzeit ein weiterer Anschlag geschieht, auch in der Silvesternacht zeigen. Auch wenn keine Rekordzahlen zu erwarten sind (was angesichts des in Vorjahren mitunter bedrohlichen Gedränges auf den Frankfurter Mainbrücken nicht schlimm ist): Für eine unbeschwerte Feier ist alles gerichtet.

          Nicht noch einmal sollen die davonkommen, die meinen, sie könnten im Schutz der Dunkelheit Frauen misshandeln. Darauf haben sich Verantwortliche von Polizei und Stadt eingeschworen, daran werden sie gemessen.

          Bedenken, die Feierlaune leide, wenn am Rande Sicherheitskräfte patrouillieren, haben sich in den vergangenen Tagen erledigt. Polizisten, selbst jene, die seit Montagabend eine Maschinenpistole trugen, sind auf den Weihnachtsmärkten herzlich begrüßt worden. Als Schutzmann an der Ecke am Ende eines Jahres, das bange, aber nicht hoffnungslos gemacht hat.

          Helmut Schwan

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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