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Kommentar zu E-Lastern auf A5 : Einer von vielen Schritten

Versuch: Auf der A5 südlich von Frankfurt sollen bald E-Lastwagen fahren Bild: dpa

Es wird nie ein flächendeckendes Oberleitungsnetz geben. Aber das Pilotprojekt mit E-Lastwagen dürfte zeigen: Ein Teil des Güterfernverkehrs lässt sich umweltschonender bewältigen als bisher.

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          Natürlich ist die zehn Kilometer lange Oberleitungsstrecke an der A5 für E-Lastwagen nur ein Versuch. Und natürlich wird es nie ein flächendeckendes Oberleitungsnetz auf allen Haupt- und Nebenstrecken in Deutschland geben. Aber immerhin: das Pilotprojekt mit Elektrolastwagen wird aller Voraussicht nach zeigen, dass man einen Teil des Güterfernverkehrs mit sehr viel geringerer Umweltbelastung bewältigen kann als bisher. Wenn es dann noch gelänge, mehr Güter wenigstens über Teilstrecken per Bahn zu transportieren, wäre ein weiterer Schritt getan, Wirtschaftwachstum und Umweltschutz in Einklang zu bringen.

          Beide Maßnahmen werden zunächst die Schadstoffbelastung nur in geringem Umfang reduzieren. Aber einen großen Wurf, mit dem sich umgehend eine dauerhafte Verbesserung des Umweltschutzes erreichen lässt, ohne dass dadurch das ökonomische Gleichgewicht unserer Wohlstandsgesellschaft gefährdet würde, gibt es realistischerweise nicht. Wenn sich erst der Pulverdampf über dem Schlachtfeld des Dieselskandals verzogen hat, wird sich auch für die Personenwagen zeigen, dass der große Fortschritt zu besserer Luft in den Ballungszentren nur in vielen kleinen Schritten vollzogen werden kann.

          Absatzförderungsprogramm

          Einer dieser Schritte ist die Nachrüstung von Euro-5-Diesel-Fahrzeugen mit der Ad-Blue-Technik. Sie wird vom Hessischen Kraftfahrzeugverband genauso gefordert wie von der Deutschen Umwelthilfe. Wenn zwei Parteien, die sich sonst selten einig sind, zum gleichen Ergebnis kommen, spricht viel dafür, dass sie richtig liegen. Es sollte aber auch klar sein, dass die Autoindustrie hier nun in der Schuld steht, den wider besseres Wissen angerichteten Schaden auf eigene Kosten zu beheben.

          Allein mit Hilfe von Dieselabwrackprämien die markenübergreifenden Betrügereien in ein Absatzförderungsprogramm zu verwandeln, reicht ganz sicher nicht aus, zumal den Besitzern der vielfach noch ziemlich neuen und entsprechend wertigen Euro-5-Autos dieser Schritt nichts nützt.

          Für Besitzer alter Dieselstinker mit Euro-3- oder Euro-4-Motoren kann eine Abwrackprämie dagegen durchaus interessant sein. In diesen Fällen wäre dann auch der Umwelt geholfen. Weitere Schritte müssen folgen, etwa der schnelle Ausbau der Ladestationen für E-Autos und der Ausbau der alternativen Energiegewinnung. Denn mit Braunkohlestrom betrieben, stinkt auch ein Elektro-Auto zum Himmel.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

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