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Kommentar : Wiesbaden kann Forderungen stellen

  • -Aktualisiert am

Die gnadenlose Konsequenz, mit der in den HSK betriebswirtschaftliche Maximen durchgesetzt werden, verträgt sich nicht mit den Ansprüchen, die man an ein Krankenhaus stellen darf, das sich mehrheitlich im Besitz einer Kommune befindet.

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          Der erst 2012 besiegelte Verkauf von 49 Prozent der Anteile an den Wiesbadener Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) an die Rhön-Klinikum AG hat sich als gewagtes Unternehmen erwiesen. Finanziell war die Transaktion ein Erfolg. Der Konzern zahlte für einen Minderheitsanteil an dem mit mehr als 100 Millionen Euro verschuldeten städtischen Krankenhaus rund 250 Millionen Euro. Doch im alltäglichen Betrieb erwies sich manche Warnung aus dem linken Spektrum der Parteien und der Bevölkerung als berechtigt.

          Heute liegen die zwei von Rhön gestellten Geschäftsführer nicht nur mit dem Betriebsrat über Kreuz. Ihr Verhältnis zu den Kommunalpolitikern ist schwierig. Auch mit den Chefärzten haben sie sich angelegt. Einige von ihnen verließen das Haus geradezu fluchtartig. Dass die Mediziner andernorts gute Positionen fanden, spricht für das Ansehen, das sie und die Klinik genießen. Dieser gute Ruf scheint die Rhön-Manager aber kaum zu interessieren. Sie mögen es nicht, wenn die Ärzte auf Fachkongressen sprechen, anstatt mit Operationen schnelleres Geld zu verdienen. Und sie investieren nur, wo sie sich den größten Profit versprechen.

          Die gnadenlose Konsequenz, mit der in den HSK betriebswirtschaftliche Maximen durchgesetzt werden, verträgt sich nicht mit den Ansprüchen, die man an ein Krankenhaus stellen darf, das sich mehrheitlich im Besitz einer Kommune befindet. Darum ist Rhöns Absicht, seinen Anteil an Helios zu verkaufen, für die Kommunalpolitiker nicht nur eine unverhoffte Chance, sondern Verpflichtung. Weil die Stadt der Transaktion zustimmen muss, kann sie Forderungen stellen. Würde sie die von Rhön entsandten Geschäftsführer akzeptieren, wäre dies ein fatales Signal.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

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