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Kommentar : Viel zu tun für den Reformdezernenten

In Schieflage: Reformbedarf gibt es im Frankfurter Römer durchaus. Bild: dpa

In Frankfurt kümmert sich jedes Dezernat selbst um seine Immobilien. Das schafft unnötige Strukturen. Andernorts ist das vernünftiger organisiert.

          Ruft man in Jena, Köln, Darmstadt und München an und fragt, wie viele Gebäude der jeweiligen Stadt gehören, kommt die Antwort umgehend. In Frankfurt heißt es am Donnerstag, dass die zuständige Dame, die weiß, wo man das nachschlägt, erst am Montag wieder da ist. Es spricht zwar für den Leiter des Liegenschaftsamts, dass er die Notiz mit der Zahl dann doch noch findet. Und doch ist die Verzögerung bezeichnend.

          In Frankfurt kümmert sich jedes Dezernat selbst um seine Immobilien. Das Schulamt um die Schulen, das Kulturdezernat um die Museen, das Sportamt um die Sportanlagen. Doppelstrukturen sind Teil des Systems. Das Sportamt hat eine Abteilung für investive Baumaßnahmen, das Sozialamt beschäftigt Haushandwerker, und um das Liegenschaftsmanagement im Stadtschulamt kümmern sich viele eigene Mitarbeiter.

          Liegenschafts- und Hochbaumanagement verbessern

          Andernorts ist das vernünftiger organisiert. Dort hat man vor einigen Jahren neue Strukturen geschaffen. Vielfach wurden Eigenbetriebe gegründet, in denen alle Fragen, die den Umgang mit Immobilien betreffen, zusammenlaufen. Unterhalt und Pflege, Vermietung, Sanierung und Neubau kommen dort weitgehend aus einer Hand. Ob ein Hausmeister nun in einer Schule, einem Museum oder in einem Verwaltungsgebäude die Heizung repariert, macht rein praktisch keinen Unterschied.

          Jena und Darmstadt standen vor der Herausforderung, dass die maroden Schulen dringend saniert werden mussten. Also gründete man ein betriebswirtschaftlich organisiertes, kommunales Unternehmen, das konzentriert an die Sache heranging. Die Fachabteilungen in den Ämtern, die sich mit Bauen beschäftigen, gingen darin auf.

          Frankfurt steht vor einem ähnlichen Problem: Viele Schulen sind baufällig, und es werden neue Kitas benötigt. Es drängt sich der Eindruck auf, dass mit der derzeitigen ineffizienten Organisation die Fülle der Aufgaben nicht zu bewältigen ist und dass sie zugleich zu Mehrkosten in Millionenhöhe führt. Auf Wunsch des Oberbürgermeisters soll sich der neue Reformdezernent Jan Schneider (CDU) daher auch der Aufgabe annehmen, das Liegenschafts- und Hochbaumanagement zu verbessern. Auf ihn wartet viel Arbeit. Besonders originell muss er gar nicht sein, die Lösungen sind in vielen Städten schon erarbeitet und erprobt worden. Er muss sich vor allem als durchsetzungsstark erweisen.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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