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Kommentar : Unerbetener Ratschlag

Oberbürgermeisterin Petra Roth nickte eher höflich als zustimmend, als der Politikwissenschaftler Jürgen Falter der Partei riet, vor der Kommunalwahl 2011 den Kandidaten für ihre Nachfolge zu nominieren.

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          Auf diesen Ratschlag hatte niemand auf dem Podium des Frankfurter CDU-Parteitags am vergangenen Wochenende gewartet. Oberbürgermeisterin Petra Roth nickte eher höflich als zustimmend, als der Politikwissenschaftler Jürgen Falter der Partei riet, vor der Kommunalwahl 2011 den Kandidaten für ihre Nachfolge zu nominieren. Kämmerer Uwe Becker, Wirtschaftsdezernent Markus Frank und der Parteivorsitzende Boris Rhein taten so, als hätten sie nichts gehört.

          Tatsächlich war Falters Vorschlag wenig hilfreich für die CDU. Der Professor widersprach sich selbst, indem er dazu riet, mit der Popularität Roths bei der Kommunalwahl zu werben. Wie sollte das gehen, wenn sie zuvor zur „lahmen Ente“ gemacht worden wäre? Von Diadochenkämpfen, die laut Falter andernfalls drohen, kann auch keine Rede sein, dazu ist die politische Statur der drei Aspiranten noch zu schwach.

          Ein Favorit ist unter den Bewerbern nur schwer auszumachen

          Alle drei bemühen sich um Profilbildung, und diese interne Konkurrenz tut der CDU gut. Der eher bedächtige Becker präsentiert sich als ruhiger Steuermann in schwerer See, und er bemüht sich mit Erfolg darum, das Verhältnis zum Umland zu entkrampfen. Frank nutzt mit Elan die Gestaltungsmöglichkeiten, die sein Ressort bietet. Und Rhein hat die überfällige Programmdiskussion in seiner Partei angestoßen.

          Auch mit Blick auf die Konkurrenz sollte sich die CDU Zeit lassen. Denn die SPD ist gezwungen, vor der Kommunalwahl einen Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl 2013 zu präsentieren, damit der sich in der Stadt bekannt machen kann. Die CDU kann in ihrer Strategie auf die Personalie der SPD reagieren.

          Ein Favorit ist unter den Bewerbern nur schwer auszumachen. Rhein beansprucht als Parteivorsitzender den ersten Zugriff. Ohne Rückkehr vom Staatssekretärsposten in den Magistrat wird es für ihn aber schwer werden. Sein Wechsel ins Planungsdezernat im Sommer 2011 gilt daher vielen als ausgemacht. Doch da hat Roth ein Wörtchen mitzureden. Und die beschäftigt sich nicht gern mit Nachfolgegedanken.

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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