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Kommentar : Sternschnuppe AfD

Schwere See: Immer wieder werden neue Personen bei der AfD auf Führungsposten gesetzt. Bild: dpa

Der Landesverband der AfD ist immer noch zerstritten. Immer wieder tauchen neue Personen in der Führungsriege der AfD auf. Doch ein großes Manko der AfD war schon in ihrer ersten Stunde zu erkennen.

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          Es ist eine Art politischer Sternenregen, den das staunende Publikum in diesen Wochen verfolgen darf. Die Querelen innerhalb der Alternative für Deutschland (AfD) bringen immer wieder neue Personen auf Führungsposten. Doch bevor man sich die Namen merken kann, sind ihre Träger schon wieder verglüht in der feindseligen Atmosphäre der Partei der Besserwisser.

          Die Bewegung, die am 11. März in Oberursel mit einer großen Versammlung hoffnungsvoll begann, hat innerhalb von neun Monaten beinahe jeden Kredit verspielt. Dabei war der Ansatzpunkt keineswegs ehrenrührig. Die AfD besetzte mit der Kritik an der Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung eine Position, die nicht einmal in der Opposition im Bundestag nennenswerten Widerhall fand. Und später benannte sie mit der Kritik an der Energiewende und an der Steuerpolitik weitere Themen, die Resonanz in der Bevölkerung finden.

          Europawahl entscheidend

          Ein großes Manko der AfD war allerdings schon in ihrer ersten Stunde zu erkennen. Sie war attraktiv für einen Typ Mann (Frauen spielen eine untergeordnete Rolle), der sich durchzusetzen gewohnt ist und andernfalls gerne Rechtsmittel einlegt. Schlimmer noch, angezogen fühlten sich Querulanten, die in anderen Parteien nicht reüssiert hatten oder dort ausgeschlossen worden waren. Und noch einmal schlimmer: Grenzgänger am rechten Rand des Verfassungsbogens witterten ihre Chance, zunächst vor allem in den östlichen Bundesländern, inzwischen aber auch in Hessen, wie die Äußerungen von Peter Ziemann gezeigt haben.

          Männer der ersten Stunde wie Konrad Adam sagen tapfer, dass sie immer noch „vorsichtig zuversichtlich“ seien. Bei der Europawahl geht es für die AfD jedenfalls schon ums Ganze. Sollte ihr der Einzug ins Straßburger Parlament nicht glücken, werden die Vernünftigen die Waffen strecken, und die AfD wird endgültig zum Tummelplatz von Sektierern.

          Man sollte mit Prognosen vorsichtig sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass künftige Historiker die AfD ähnlich wie die Schill-Partei als Sternschnuppe der deutschen Parteiengeschichte bezeichnen werden, ist in den vergangenen Wochen dramatisch gestiegen.

          Matthias Alexander

          Redakteur im Feuilleton.

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