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Kommentar : Schäfer-Gümbel würde alles aufs Spiel setzen

Hessen-Elefantenrunde ohne FDP (von links): Moderator Thomas Kreutzmann, Volker Bouffier (CDU), Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD), Tarek Al-Wazir (Grüne) und Janine Wißler (Linke) Bild: Röth, Frank

Dass die SPD wieder gut in Schuss ist, kann Schäfer-Gümbel für sich verbuchen. Mit Umsicht und Fleiß hat er die Partei hinter sich versammelt. Er würde alles aufs Spiel setzen, wenn er sich von den Sektierern der Linkspartei abhängig machte.

          Kurz vor halb drei Uhr morgens war die Überraschung eines an Aufregungen nicht armen Wahlabends perfekt: Die hessische FDP schafft 5,0 Prozent und doch noch den Einzug in den Landtag. Da haben die Hessen die Verhältnisse ordentlich zum Tanzen gebracht. Zwar ist Schwarz-Gelb passé, trotz des Coups der FDP in letzter Minute, doch für Rot-Grün reicht es auch nicht, weil die Linke in den Landtag kommt. Es ist also alles so wie vor fünf Jahren schon einmal.

          Dass sich die CDU leicht verbessern und die SPD kräftig zulegen würde, lag in der Luft. Auch dass die Grünen eher Weltmeister der Umfragen als Himmelsstürmer am Wahltag sind, hatte man kommen sehen. In der Dimension überraschend ist hingegen der tiefe Sturz der FDP, die den ganzen Abend damit rechnen musste, wie im Bund auch in Hessen aus dem Landtag auszuscheiden.

          „Politisch undenkbar“

          Ministerpräsident Volker Bouffier hat die CDU zwar wieder in die Nähe der 40Prozent geführt, er vermochte den wirtschaftlich guten Zustand Hessens dem Volk jedoch nicht als sein Werk darzustellen. Dennoch bleibt die CDU mit Abstand die Nummer Eins. Gegen sie ginge nur das, was Bouffiers Rivale Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) für „politisch undenkbar“ erklärt, aber nicht völlig ausgeschlossen hat: Rot-Grün-Rot.

          Stimmenanteil und Sitzverteilung nach der hessischen Landtagswahl 2013 im Vergleich zu 2009

          Vielleicht hat Schäfer-Gümbel heute Nacht wachgelegen und sich gefragt, wie es gekommen wäre, hätte er Rot-Grün-Rot ohne Wenn und Aber ausgeschlagen. Hätte das taktisch denkende Linke veranlasst, mit der Faust in der Tasche dann doch lieber den rot-grünen Wechsel zu wählen? Dennoch: Dass die SPD wieder gut in Schuss ist, kann Schäfer-Gümbel für sich verbuchen. Mit Umsicht und Fleiß hat er die Partei hinter sich versammelt. Er würde alles aufs Spiel setzen, wenn er sich von den Sektierern der Linkspartei abhängig machte.

          In den Frankfurter Wahlkreisen hat sich die CDU durchweg von ihrer Niederlage bei der Oberbürgermeisterwahl erholt. Wie deutlich Michael Boddenberg in Sachsenhausen gewann, rückt die Relevanz des Themas Fluglärm zurecht. Noch weniger als Flugzeuge mochten die Sachsenhäuser offenbar hören, wie ihnen der SPD-Kandidat das Stille vom Himmel versprach, von dem alle wissen, dass es ein Hirngespinst ist.

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