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Kommentar : Relativ leicht, relativ schwer

  • -Aktualisiert am

Es war klug von der CDU im Frankfurter Römer, den neuen Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) aufzufordern, dem Fraport-Aufsichtsrat beizutreten.

          Es war klug von der CDU im Frankfurter Römer, den neuen Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) aufzufordern, dem Fraport-Aufsichtsrat beizutreten. Wäre er draußen geblieben, hätte er es sich leicht machen und Maximalforderungen aufstellen können, die ohne Konsequenz geblieben wären. Es war auch richtig von Feldmann, in dem Gremium einen Platz einzunehmen, das die Geschicke des für die Stadt wichtigsten Unternehmens kontrolliert.

          Feldmann - das scheint so seine Art zu sein - hat gestern seine Entscheidung für einen Platz im Aufsichtsrat abermals mit einem kräftigen Sowohl-als-auch unterlegt. Das erfreulich klare Bekenntnis zur Bedeutung des Flughafens („wir alle müssen ein Interesse daran haben, dass es dem Flughafen gut geht“) verbindet er mit der Ankündigung: „Ich werde alles tun, damit wir beim Thema Fluglärm gemeinsam Fortschritte erzielen.“ Das hatte sich am 29.Februar dieses Jahres noch ein bisschen entschiedener angehört. Da sagte Feldmann in einem Interview mit „Bild“: „Wenn ich im Aufsichtsrat der Fraport bin, werde ich um das Verbot von 22 bis 6 Uhr kämpfen.“

          Er will für mehr Ruhe „kämpfen“

          Dies mag er getrost tun, seine Wähler werden es von ihm auch erwarten. Allerdings darf man darauf gespannt sein, wie erfolgreich er mit solch einem Vorstoß sein könnte. Zum einen ist es nicht Sache eines Aufsichtsrats, ins Operative hineinzuwirken. Zum anderen hat die Stadt Frankfurt im Aufsichtsrat keine Mehrheit (der Oberbürgermeister vertritt dort die Stadt noch gemeinsam mit seiner Vorgängerin).

          Und dann wäre da noch der Umstand, dass Aufsichtsratsmitglieder zuvörderst im Interesse ihres Unternehmens zu agieren haben. Die Verlegung der „Randzonen“ von 22 auf 6 Uhr statt von 23 auf 5 Uhr aber läge ganz sicherlich nicht im Geschäftsinteresse der Fraport AG. Feldmanns Genosse und Parteivorsitzender Schäfer-Gümbel hat das im übrigen längst erkannt.

          Kurzum, es gilt die alte politische Relativitätstheorie: Es lässt sich im Wahlkampf relativ leicht etwas versprechen, was dann in Wirklichkeit relativ schwer umzusetzen ist. Deswegen werden Feldmanns Wähler sicherlich sehr genau darauf achten, welche Erfolge in ihrem Sinne Peter Feldmann vorweisen können wird. Dass er im Fraport-Aufsichtsrat für mehr Ruhe „kämpfen“ wird, haben sie jedenfalls schriftlich.

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