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Kommentar : Öl ins Feuer

Dass einige Vermieterverbände in zentralen Frankfurter Lagen noch höhere Mieten fordern, ist taktisch unklug. Die politische Debatte ist aufgeheizt, die Verbände gießen unnötig Öl ins Feuer.

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          Eine neu vermietete Wohnung kostet im Frankfurter Stadtteil Bornheim im Schnitt 11,65 pro Quadratmeter, im Westend müssen 13,30 Euro gezahlt werden. In dem teuersten Quartier der Stadt sind die Mieten 2011 um 5,3 Prozent gestiegen. Für die oberen zehn Prozent der angebotenen Wohnungen werden sogar mindestens 19,30 Euro verlangt. Das ist unter den deutschen Großstädten nach München der zweithöchste Wert.

          Dass einige Vermieterverbände in einer solchen Situation, in der die Mieten in den begehrten innenstadtnahen Vierteln für viele Bewohner die Schmerzgrenze erreicht haben, noch höhere Mieten fordern, ist taktisch unklug. Die politische Debatte ist aufgeheizt, die Verbände gießen unnötig Öl ins Feuer.

          Treue Mieter

          Ebenso falsch ist es aber auch, „die Vermieter“ pauschal an den Pranger zu stellen. Viele Hauseigentümer haben ein soziales Gewissen und schöpfen die Mietspanne keineswegs aus. Ihre Mieter wohnen zum Teil schon seit Generationen im Haus. Persönliche Bindungen haben sich aufgebaut, viele Eigentümer kennen die Familien seit Jahrzehnten. Eine Luxussanierung brauchen solche Mieter nicht zu fürchten.

          Dass für den aktuellen Mietspiegel ganze Stadtteile in einen Topf geworfen wurden und ein pauschaler Innenstadtzuschlag fällig wird, empfinden die betroffenen Bewohner als ungerecht. Die Koalition machte sich daran, die Fehler zu korrigieren und bereitet nun einen neuen Mietspiegel vor. Die Hoffnung, dass dadurch die Mieten sinken, dürfte sich aber als Trugschluss erweisen. Dass die Mieten weiter steigen, liegt in der Systematik des Zahlenwerks begründet, das den Markt abbilden soll. Es berücksichtigt die Mieterhöhungen und die Neuvermietungen der vergangenen vier Jahre und passt sich daher immer stärker an die Marktmieten an. Im Gegenteil wäre es sogar besser gewesen, den alten Mietspiegel so lange wie möglich zu bewahren.

          Im Mittel 9,48 Euro pro Quadratmeter

          Preisdämpfend wirken sich die Wohnungen der großen öffentlichen Gesellschaften aus, darunter vor allem die der städtischen ABG und der mehrheitlich vom Land gehaltenen Nassauischen Heimstätte. Zusammen verfügen beide Unternehmen über rund 66.000 Wohnungen in Frankfurt. Während die durchschnittliche Nettokaltmiete in Frankfurt bei 9,48 Euro pro Quadratmeter liegt, beträgt sie bei der ABG im frei finanzierten Bestand nur 7,10 Euro. Allein dieser Vergleich zeigt, wie wichtig der Einfluss der öffentlichen Hand auf den Wohnungsmarkt ist.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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