https://www.faz.net/-gzg-6qse1

Kommentar : Noch neun Punkte

Ist das Rennen um den dritten Aufstiegsplatz schon entschieden? Ist die Eintracht gar schon aus dem Rennen? Nach dem 2:3 am Mainzer Bruchweg machte das Wort von der Momentaufnahme schnell die Runde.

          Ist das Rennen um den dritten Aufstiegsplatz schon entschieden? Ist die Eintracht gar schon aus dem Rennen? Nach dem 2:3 am Mainzer Bruchweg machte das Wort von der Momentaufnahme schnell die Runde. Nach zwei bisher vergeblichen Anläufen, den Sprung in die Erstklassigkeit zu schaffen, verspüren die Profis des Mainzer Trainers Jürgen Klopp für den saisonalen Schlußspurt starken Rückenwind. Doch nicht nur die auf Rang drei angekommenen Kicker des selbsternannten Karnevalsvereins wissen, daß sich die Böen drehen können.

          An diesen Umschwung glaubt (noch) die Eintracht. Willi Reimann, der Trainer der zumindest am Montag abend niedergeschlagenen Frankfurter, sieht die Mainzer noch längst nicht in der Eliteklasse angekommen. Auch seine Spieler halten sich verbal daran fest, daß noch alles möglich sei. Doch ist für die Eintracht wirklich noch alles möglich? Im Kampf um Tabellenposition drei besitzt die Eintracht nachweislich die schlechteste Ausgangslage. Sie muß nicht nur die restlichen drei Saisonspiele gegen Mannheim, Oberhausen und Reutlingen gewinnen. Sie muß auch noch darauf hoffen, daß die Mainzer bei zumindest einer Abschlußprüfung geschlagen werden. Und dann ist da ja auch noch die Spielvereinigung Greuther Fürth, die alles daransetzen möchte, die drohende fränkische Leere in der Bundesliga auszugleichen. Die Fürther als möglicher erstklassiger Ersatz für den kaum noch zu rettenden 1. FC Nürnberg?

          Das ist eine Überlegung, die sie in Frankfurt überhaupt nicht anstellen wollen. Schon gar nicht Peter Fischer. Der Präsident der Eintracht hat wieder einmal bewiesen, der erste Öffentlichkeitsarbeiter des Vereins zu sein. Mit dem Schiff und vielen anderen hundert Fans war er vom Eisernen Steg aus nach Mainz gefahren, um seine Eintracht siegen zu sehen. Mit dem Sieg wurde es nichts, doch Fischer wäre nicht Fischer, würde er nicht unbeirrt an die kleine Aufstiegschance glauben, die sich seiner Ansicht nach immer noch der Eintracht bietet. "Mainz holt keine neun Punkte", verbreitete er am Bruchweg. Aber dafür natürlich die Eintracht, "seine" Eintracht. Und dann?

          Fischers Vision vom Saisonfinale, sollte sie denn wirklich zutreffen, wäre nicht die schlechteste. Vor allem: Sie würde der Eintracht den Traum vom Aufstieg erhalten, "denn in den letzten fünfzehn Minuten sitzen wir alle mit dem Transistorradio am Ohr im Stadion und hören, was in Karlsruhe und Braunschweig passiert". Dort müssen die Rivalen aus Fürth und Mainz ihre letzte Prüfung bestehen. Ob es wirklich zu einer wie auch immer gelagerten Wiederholung des unglaublichen Saisonfinales von 1999 im Mai 2003 kommt? Der Kampf um Platz drei ist spannender denn je. Die Eintracht hat keine andere Wahl als diese: Sie muß alles gewinnen - und hoffen. Hoffen auf ein neues Wunder vom Main.

          Weitere Themen

          Trüber Herbst bei BMW

          DTM am Nürburgring : Trüber Herbst bei BMW

          Ein Fahrer in Moll: DTM-Titelverteidiger Marco Wittmann ist vor dem Saisonfinale arg abgehängt. Das liegt weniger am Können des Rennfahrers als am Abstand von BMW zu Audi. Kann es am Nürburgring nur besser werden?

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.