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Kommentar : Männer und Herren

Wenn das kein Grund zur Freude ist: Die Eintracht beendet die Saison auf dem sechsten Platz, der FSV Frankfurt geht eine Spielklasse tiefer sogar als Vierter durchs Ziel. Das ist ein schöner Imagegewinn für die Sportstadt Frankfurt.

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          Wenn das kein Grund zur Freude ist: Die Eintracht beendet die Saison auf dem sechsten Platz, der FSV Frankfurt geht eine Spielklasse tiefer sogar als Vierter durchs Ziel. Schwer zu sagen, welche Trainerleistung höher einzuschätzen ist, die von Armin Veh bei der großen Eintracht oder die von Benno Möhlmann beim Bornheimer Stadtteilklub. Beide haben das Optimum aus den Möglichkeiten ihrer Mannschaften herausgeholt.

          Das ist ein schöner Imagegewinn für die Sportstadt Frankfurt, auch wenn die Dominanz von König Fußball angesichts der Krise bei Basketball und Eishockey weiter gewachsen ist. Zu dem strahlenden Bild trägt nicht wenig bei, dass sich Veh und Möhlmann auch jenseits des rein Sportlichen als würdige Repräsentanten ihrer Klubs bewährt haben.

          Gesunde Distanz zum Fußballgeschäft

          Wer an den Wochenenden regelmäßig im Fernsehen die Zusammenfassungen der Spiele aus erster und zweiter Liga verfolgt, muss schwere Zweifel an der charakterlichen Reife etlicher Trainer hegen. Vorneweg Jürgen Klopp (Dortmund), Thomas Tuchel (Mainz) und Christian Streich (Freiburg), aber auch andere Übungsleiter fallen unangenehm auf. Wer mit seinem Nachwuchs die Sportschau guckt, muss regelmäßig darauf hinweisen, dass es nicht normal ist, sich mit wutverzerrter Miene vor Schiedsrichtern aufzubauen oder auf eine falsche Einwurfentscheidung mit einem Tobsuchtsanfall zu reagieren.

          Vermutlich ist es naiv zu fragen, warum das Fernsehen diese Bilder immer wieder zeigt. Und warum der DFB solche Ausfälle, die von manchem Reporter als Ausdruck von Emotionalität schöngeredet werden, nicht härter bestraft. Vorbilder für die Jugend sind diese enthemmten Männer jedenfalls nicht. Kein Wunder, dass es immer häufiger in den Amateurligen zu hässlichen Szenen kommt.

          Veh gehört zu jenen Trainern, die das Stilmittel der Ironie, der Selbstironie gar, beherrschen und damit eine gesunde Distanz zum Fußballgeschäft und dessen vermeintlichen Gesetzen erkennen lassen. Er hat sich im Griff. Gut möglich, dass dieses Verhalten dazu beiträgt, die mitunter explosive Stimmung in der Eintracht-Fankurve in positive Energie umzuwandeln. Möge es so bleiben, wenn der Erfolg einmal ausbleibt.

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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