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Kommentar : Grablegung der Alleenspange

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Dieses Frankfurter Projekt ist gestorben - es wird nach menschlichem Ermessen keine Alleenspange gebaut. Nächste Woche werden die Politiker im Verkehrsausschuß und danach die Stadtverordnetenversammlung die Leiche begraben.

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          Dieses Frankfurter Projekt ist gestorben - es wird nach menschlichem Ermessen keine Alleenspange gebaut. Nächste Woche werden die Politiker im Verkehrsausschuß und danach die Stadtverordnetenversammlung die Leiche begraben. Bittere Tränen wird man nur in der CDU weinen - nicht allein, weil ein in den Augen dieser Partei unverzichtbares Verkehrsvorhaben gescheitert ist, sondern weil die stärkste Partei im Römer allein dasteht.

          Als gutes Omen für die Koalitionsverhandlungen nach der Kommunalwahl im März können Oberbürgermeisterin Petra Roth und Co. diese Niederlage gewiß nicht ansehen, denn bei der Abstimmung über die Spange wird nicht nur die linke Mehrheit im Römer obsiegen, sondern es bildet sich eine Verbindung, die die Union fast noch mehr fürchten muß als alle Volksfronten - eine Ampelkoalition von SPD, Grünen und FDP. Denn auch die Liberalen sind ausgeschert und lehnen ein Spange durch Bornheim als Verbindung von Alleenring und Autobahn 661 ab, sofern nicht gleichzeitig der Alleenring untertunnelt wird - ein wegen seiner finanziellen Dimensionen utopisches Projekt.

          Doch auch die Alleenspange in der CDU-Version, nämlich als durchgängiger Tunnel, hat etwas Utopisches an sich. Wer kann, wer will in diesen finanziell angespannten Zeiten einen vierspurigen Tunnel, womöglich noch im Untertagebau vorangetrieben, bezahlen? Jetzt, da der Bund die Mittel für Busse und Bahnen nicht unerheblich kürzen will, muß Frankfurt schon froh sein, wenn es die neue D-Linie der U-Bahn finanzieren kann oder, um beim Autoverkehr zu bleiben, den Riederwaldtunnel als Verbindungsstück zwischen den Autobahnen A 66 und A 661.

          Das Ende des Projekts Alleenspange läßt Verlierer und Gewinner zurück. Verlierer sind die Bewohner des eng bebauten östlichen Teils des Alleenrings, sie werden weiter unter einem hohen Verkehrsaufkommen leiden. Auch die Autofahrer, vor allem viele Auto-Pendler, werden wie bisher nur mühsam von der A 661 auf den Alleenring und die A 66 gelangen. Freuen werden sich viele Bornheimer und Bewohner des Nordends, die unter einem ungewöhnlich hohen Verkehrsaufkommen zu leiden haben. Sie müssen ohnehin damit rechnen, daß mit dem Lückenschluß zwischen A 661 und A 66 mittels Riederwaldtunnel mehr Autos und Lastwagen den Osten der Stadt kreuzen. Jetzt, da eine demokratische Mehrheit das Spangen-Projekt zu Fall bringen wird, sollte sich die Verkehrspolitik auf andere wichtige Ziele konzentrieren. Zum Beispiel darauf, endlich mehr Autofahrer zum Umsteigen auf Busse und Bahnen zu bewegen. Dafür lohnt der Schweiß aller Tüchtigen - auch in der CDU.

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