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Kommentar : Gerichs Wilhelmstraße

  • -Aktualisiert am

In einer Toplage der Wiesbadener Innenstadt soll ein Wohnquartier entstehen, in dem die ganze Gesellschaft ein Zuhause finden kann. Die Kommune nutzt damit eine besondere städtebauliche Chance.

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          „Das hast du sehr gut gemacht.“ Lob von seinem Oberbürgermeister bekam am Rande einer Pressekonferenz Roland Stöcklin, einer der beiden Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft. Rathauschef Sven Gerich (SPD) hat allen Grund, sich in diesen Tagen gutgelaunt zu zeigen. Am nördlichen Ende der Wilhelmstraße gab er erst in der vergangenen Woche den Startschuss für den Neubau des Kurecks. Am unteren Abschnitt bekommen gerade die neuen Rhein-Main-Hallen erste Konturen. Und nur ein paar hundert Meter weiter entfernt soll jetzt in einer Toplage der Innenstadt ein Wohnquartier entstehen, in dem die ganze Gesellschaft ein Zuhause finden kann - vom Studenten bis zum Wirtschaftsboss.

          Die Kommune nutzt damit eine besondere städtebauliche Chance, auf die sie schon seit Jahren wartet. Dass die Amerikaner die Fläche eines Tages zurückgeben würden, ist keine Überraschung. Und dass die Stadt ihr Erstzugriffsrecht ausüben wird, ist nicht Gerichs Verdienst. Aber er scheint fest entschlossen, die städtebaulichen Chancen, die sich ihm bieten, zu nutzen.

          Dass in der Stadt nichts passiert sei, wird man ihm am Ende seiner ersten Amtszeit nicht vorhalten können. Im Gegenteil: Die Dynamik, die sich rund um die Wilhelmstraße entwickelt, ist mit Händen zu greifen. Allerdings: Am unteren Ende der „Rue“ liegt unübersehbar auch das ungenutzte Grundstück, das für das Stadtmuseum vorgesehen war. Die inzwischen gescheiterten Pläne dafür hat Gerich einst gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden der CDU, Bernhard Lorenz, ausgeheckt. Darum ist die hässliche Brache ebenfalls mit seinem Namen verbunden. Ob er auch dafür eine Lösung hat?

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

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