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Ausgezeichnete Arbeit: Katharina Iskandar berichtet über Fälle von Rechtsextremismus und Terrorismus im Rhein-Main-Gebiet.

Kommentar : Gegen die Sterilität

Die Nachricht, dass an der Zeil eine Diskothek eröffnen soll, erfreut nicht jeden in Frankfurt. Für die Innenstadt rund um die Hauptwache gilt: jede Art von Belebung tut ihr gut.

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          Die Nachricht, dass an der Zeil eine Diskothek eröffnen soll, erfreut nicht jeden in Frankfurt. Die Stadtpolizei des Ordnungsamts beklagt schon seit längerem, dass sich auf der Einkaufsmeile immer wieder Grüppchen von trinkfreudigen Jugendlichen bilden, die mit Alkohol „vorglühen“, um anschließend die umliegenden Clubs zu besuchen. Von aggressivem Verhalten ist die Rede und von Pöbeleien gegen Passanten und Ordnungskräfte. Es wird befürchtet, dass jeder neue Club, der sich ansiedelt, die Situation verschlimmern könnte.

          Das ist aber keineswegs ausgemacht. Es wäre sogar fahrlässig, auf die überaus wünschenswerte Belebung der Innenstadt zu verzichten, nur aus Angst davor, dass dann die Trinkerei auf offener Straße ausufert. Der exzessive Alkoholkonsum, zumal von Jugendlichen, ist ein Problem. Aber eines, das von Polizei und Ordnungsamt gelöst werden kann. Dazu sind konsequente Kontrollen notwendig im Sinne des Jugendschutzgesetzes.

          Es sollte auf die Qualität geachtet werden

          Für die Innenstadt rund um die Hauptwache gilt: jede Art von Belebung tut ihr gut. Damit sind nicht krakeelenden Partygänger gemeint, die unter dem Alkoholeinfluss ihre Manieren vergessen. Sondern es muss mehr Angebote geben für jene, die sich schon lange danach sehnen, dass um acht Uhr abends nicht die Bürgersteige hochgeklappt werden. Es wäre schön, dem Besuch aus Hamburg, Köln oder Düsseldorf nicht verschämt erklären zu müssen, dass die Stadt abends praktisch „tot“ sei. Manch einer wäre einfach dankbar dafür, wenn er zum nächtlichen Tanzvergnügen nicht erst tief in den Osten der Stadt fahren müsste, um an der Hanauer Landstraße eine vernünftige Diskothek zu finden.

          Allerdings, und da haben Skeptiker recht, sollte auf Qualität geachtet werden. Es geht nicht an, dass dubiose Betreiber zweifelhafter Clubs die falsche Klientel anziehen und dadurch die Atmosphäre in der Innenstadt trüben. Ein Konzept mit einer Mischung aus DJ-Musik und Konzerten für ein gehobenes Publikum, wie es die Betreiber des „Gibson“ propagieren, klingt da schon besser.

          Solche Überlegungen sollten auch die Auswahl eines neuen Betreibers für den umstrittenen Club U60311 bestimmen. Nicht erst seit dem tragischen Tod eines Disko-Gastes steht der derzeitige Betreiber in der Kritik. Bisher wird ihn die Stadt trotz aller Bemühungen nicht los. Dieser Fall sollte eine Warnung sein.

          Katharina Iskandar
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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