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Kommentar : Fußball, absolut

Die Rhein-Main-Region kann sich nun mit drei Clubs in der Fußball-Bundesliga brüsten. Doch gegen König Fußball haben andere Sportarten das Nachsehen. Diesem Trend können Verantwortliche entgegenarbeiten.

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          Man könnte von einem magischen Dreieck sprechen. Zieht man auf einer Landkarte Verbindungslinien zwischen den Stadien von Darmstadt, Mainz und Frankfurt, dann ergibt sich ein annähernd gleichseitiges Dreieck. Jeweils rund 30 Kilometer liegen die Spielstätten voneinander entfernt.

          Eine größere Dichte an Erstliga-Fußball hat es in der Region noch nicht gegeben. Noch nie in 52 Jahren Bundesliga haben mehr als zwei der hiesigen Clubs gleichzeitig in der Eliteliga gespielt. Erst leistete Offenbach der Eintracht Gesellschaft, dann Darmstadt und schließlich, mit der bisher größten Ausdauer, Mainz.

          In Deutschland gibt es nur noch eine Region, die auf eine vergleichbare fußballerische Leistungsdichte verweisen kann: Es ist das Rheinland mit Köln, Leverkusen und Mönchengladbach, wobei Letzteres geographisch, aber auch „gefühlt“ deutlich weiter entfernt von Köln liegt als Mainz von Darmstadt.

          Kleinere Sportarten ziehen den Kürzeren

          Wer Fußball nur aus den Augenwinkeln verfolgt, dem drängt sich die Frage auf, ob die gestiegene Konkurrenz der Eintracht und dem FSV Mainz nicht schaden könnte im Kampf um Zuschauer und Sponsoren. Das Gegenteil dürfte der Fall sein: Die sechs Derbys werden das Interesse an Fußball in Rhein-Main in der nächsten Saison noch anheizen.

          So schön das für die Fußballfans und die Vereine ist, die Entwicklung wird die Lage der kleineren Sportarten verschärfen. Sie tun sich immer schwerer, zahlungskräftige Sponsoren und Ausrüster zu finden, Übertragungszeiten im Fernsehen zu bekommen und Zuschauer anzuziehen. Der Wechsel, den der Flughafenbetreiber Fraport von der Eintracht zu den Basketballern der Skyliners vollzogen hat, ist da eines der wenigen rühmlichen Gegenbeispiele.

          Flurbereinigung im Sport

          Dafür, dass König Fußball seine Macht in der Welt des Sports ausbaut, sind die Pläne des DFB in Frankfurt ein geradezu aufdringliches Sinnbild. Die Freunde des Galoppsports, die von ihrer Rennbahn vertrieben werden, greifen die Angst vor dem fußballerischen Absolutismus auf: „Kein DFB-Palast auf unsere Kosten!“ lautet ein Slogan, mit dem sie seit für Unterstützung im Bürgerentscheid werben.

          Nun ist es ein wenig kurios, dass der einst adlig geprägte, immer noch elitäre Rennsport mit Anti-Establishment-Rhetorik gegen den Massensport Fußball basisdemokratisch mobil zu machen sucht. Wie die Pferdefreunde in ihrer Kampagne Millionensummen errechnen, die angeblich dem DFB zugutekommen, erinnert an die Kreativität, mit der einst Verantwortliche der Eintracht ihre Vereinsfinanzen behandelt haben.

          Dennoch, ein Unbehagen über den Siegeszug des Fußballs bleibt. Es droht eine Art Flurbereinigung im Sport. Jammern und Klagen werden allerdings wenig dagegen ausrichten. Langfristige Jugendarbeit und attraktive Veranstaltungen schon eher.

          Matthias Alexander
          Stellvertretender Ressortleiter im Feuilleton.

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