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Kommentar : Es reicht, liebe Eintracht!

  • -Aktualisiert am

Lautern-Fans warfen Pyrotechnik, Eintracht-Fanatiker warfen Steine auf Polizisten Bild: Fricke, Helmut

Was muss noch passieren, bis die Führung der Eintracht aufwacht? Und warum soll der Steuerzahler den Einsatz von 1000 Polizisten für eine Profifußball-AG finanzieren?

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          Was muss eigentlich noch passieren, bis die Führung der Eintracht aufwacht? Wild gewordene Fans des Vereins haben am Mittwoch nicht nur Anhänger der Kaiserslauterner Mannschaft mit Böllern beworfen, sondern auch Polizisten mit Steinwürfen verletzt. Es handelte sich hier nicht nur um die aggressiv ausgetragene Rivalität zwischen Fußballverrückten - die Frankfurter Hooligans gingen grundlos in wüster Brutalität gegen die Polizisten vor; wer Steine auf Menschen schleudert, gehört eingesperrt. Innenminister Boris Rhein hat Recht, wenn er von einer „Qualität“ spricht, der mit einer neuen Strategie zu begegnen sei.

          Solche Null-Toleranz-Politik kann aber nur eine von mehreren Antworten sein. Gefordert ist hier nämlich nicht nur die Polizei, sondern vor allem zunächst die Führung der Eintracht. Der müde Appell des Vereinsmanagers Bruchhagen an die Selbstreinigungskräfte der Szene reicht jedenfalls nicht aus, da muss sich der Verein nach allen Regeln angewandter Krisenkommunikation schon ein bisschen mehr einfallen lassen. Auch die Spieler als Leitfiguren sollten sich deutlicher von der kriminellen Energie der Fans absetzen. Und das Arsenal der Strafen - vom Hausverbot bis zur Verurteilung wegen Körperverletzung - sollte viel rigoroser genutzt werden, schließlich steht nirgendwo geschrieben, dass die Regeln der Zivilisation automatisch am Stadiontor ihre Geltung verlieren. Im öffentlichen Diskurs wird eine Frage sowieso viel zu selten thematisiert: Warum eigentlich soll, wie am Mittwoch, der Steuerzahler den Einsatz von 1000 Polizisten (in Worten: tausend) für eine Profifußball-Aktiengesellschaft finanzieren?

          Überhaupt sind auch bei diesem Problem die Kräfte des Marktes die hilfreichsten. Zum einen muss ein Veranstalter, der seine Fans nicht im Griff hat, empfindliche Geldstraßen auferlegt bekommen (und nicht lächerliche 20.000 Euro für die Randale gegen Rostock und Dresden). Zum anderen sollten die Sponsoren Druck ausüben, denn Steinewerfer und andere Brutalinskis beschmutzen auch deren Namen. Dass harter Druck vom Hauptsponsor etwas ausrichtet, sieht man bei Dynamo Dresden: Da wird der Verein bald einen Maßnahmenkatalog vorlegen, um den Sponsor zu halten.

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