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Kommentar : Endlich werden alle gefragt

Von Montag an können endlich alle die Vorranggebiete für Windenergie einsehen - vermutlich werden die Planer auf erbitterten Widerstand stoßen. Aber eigentlich kommt die regionale Planung zu spät.

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          Das wurde auch Zeit. Zehn Jahre nachdem die Region damit begonnen hat, Vorranggebiete für die Windenergie zu ermitteln, liegt nun der Entwurf für die Standorte vor. Endlich darf jeder mitreden. Denn von Montag an können alle Karten eingesehen werden, auf denen die für Windräder vorgesehenen Flächen eingetragen sind. Vor allem dürfen von Montag an bis zum 25. April Einwände und Anregungen für und gegen jeden der aufgeführten Standorte eingereicht werden.

          Das ist gut, haben sich bisher doch nur Planer und Regionalpolitiker mit den Flächen intensiv auseinandergesetzt. Sicher werden viele diese Möglichkeit nutzen. Nicht nur Bürger, sondern auch Investoren, Kommunen, Naturschutzverbände und nicht zuletzt die Deutsche Flugsicherung werden sich zu Wort melden. Die Flugsicherung schon deshalb, weil sie ihre Interessen in der bisherigen Planung nicht ausreichend berücksichtigt sieht.

          Planung bereits einmal gescheitert

          Es wäre allen Beteiligten zu wünschen, dass sich daraus eine regionale Diskussion über die geeignetsten Standorte für Windenergie im Rhein-Main-Gebiet entwickelt. So wie es sich auch Birgit Simon, Erste Beigeordnete des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main, wünscht. Schlimmstenfalls wird es jedoch ein zähes Ringen um jedes einzelne Windvorranggebiet werden. Denn vermutlich werden die meisten Flächen auf erbitterten Widerstand bei den betroffenen Bürgern, aber auch bei den Kommunen stoßen. Städte und Gemeinden haben bei der Auswahl nämlich ebenso wenig mitreden dürfen wie die Bürger. Vielmehr hat die Wiesbadener Regierung im vergangenen Sommer im Landesentwicklungsplan erst endgültig die Kriterien für die Vorranggebiete festgelegt, und die Regionalplaner haben daraufhin diese Fläche für Fläche brav abgearbeitet.

          Für Bürger, Kommunen und Investoren, die sich gefühlt schon seit Jahren mit Windradstandorten auseinandersetzen, kommt die regionale Planung eigentlich zu spät. Das ist schade, denn der Regionalverband hatte vor zehn Jahren das ganze Verfahren schon einmal angestoßen. Er war dann aber 2009 gescheitert, weil CDU und FDP seinerzeit immer neue Kriterien erfanden, um Flächen auszuschließen. Am Ende waren nur noch 0,24 Prozent des Verbandsgebiets für Windräder vorgesehen. Man darf gespannt sein, wie viele Flächen dieses Mal durchkommen.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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