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Kommentar : Eintracht Darmstadt

  • -Aktualisiert am

Läuft mehr als in der vorigen Spielzeit, gewinnt mehr Zweikämpfe und mehr Kopfballduelle: Alexander Meier Bild: dpa

Die „Lilien“ aus Darmstadt mögen mit ihrem Kampfgeist einiges ausgleichen. Aber einen wie Alex Meier von Eintracht Frankfurt haben sie nicht.

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          Die Frankfurter Eintracht hat den Ernst der Lage begriffen. Darauf lassen die Leistungen beim 0:0 in Hoffenheim schließen und die Äußerungen danach. Diese Saison der Fußball-Bundesliga ist eine ganz gefährliche. Ganz viele Mannschaften spielen mehr oder weniger auf einem Niveau. Ein bisschen Pech im Spiel, ein kurzer mentaler Durchhänger, und schon befindet sich ein Klub im Abstiegsstrudel, der sich das vorher gar nicht vorstellen konnte. Auf die üblichen Verdächtigen scheint kein Verlass zu sein - die Aufsteiger Ingolstadt und Darmstadt weigern sich, trotz ihrer geringen Etats, trotz ihrer winzigen Stadien, trotz ihrer spielerischer Grenzen ihre Rollen als Underdogs einzunehmen. Bis jetzt jedenfalls.

          Und deshalb hat Eintracht-Trainer Armin Veh durchaus recht, den Darmstädter im Frankfurter Profi zu suchen. Und nicht nur gegen die übermächtigen Bayern. Denn um mit divenhaftem Spiel erfolgreich sein zu können, fehlt der Eintracht dann doch die Klasse. Veh fordert die Grundlagen ein: gut kämpfen, gut stehen, gut verteidigen - und seine Spieler liefern, wie die beiden 0:0 gegen den Rekordmeister und in Hoffenheim zeigen. Spieler wie Ignjovski und Medojevic haben bei Veh Konjunktur, die Spielweise der Serben färbt auf ihre Kollegen ab. Oczipka, Stendera und Seferovic, um nur drei Beispiele zu nennen, werfen sich mit einer neuen oder einer zwischenzeitlich vergessenen Vehemenz in die Zweikämpfe.

          Wenn die Frankfurter auf dieser Basis weitermachen, dann werden sie nicht in Gefahr geraten, zweitklassig zu werden. Eine Garantie, in der Tabelle deutlich nach oben zu rücken, ist dies aber nicht. Dazu müsste Alexander Meier wieder seine Torjägerqualitäten entdecken. Im Moment sucht der 32-Jährige den Anschluss an die Form des Vorjahres. Wobei er im Vergleich der Sekundärtugenden schon jetzt nicht schlecht abschneidet. Meier läuft mehr als in der vorigen Spielzeit, gewinnt mehr Zweikämpfe und mehr Kopfballduelle. Nur das Toreschießen will nicht so recht klappen, nachdem er im ersten Spiel nach fünfmonatiger Verletzungspause gleich dreimal traf.

          Aber wenn Meier von weiteren Blessuren verschont bleibt, wird sich dieses Problem im Laufe der Zeit wie von selbst lösen. Denn das Toreschießen verlernt man nicht. Schon gar nicht, wenn man so fleißig nach jedem Training übt wie der Frankfurter Torjäger. Und so wird die Eintracht, wenn es nicht zu dramatischen Entwicklungen kommt, am Ende der Saison deutlicher vor den Darmstädtern stehen als im Moment. Die „Lilien“ mögen mit ihrem Kampfgeist einiges ausgleichen. Aber einen wie Meier haben sie nicht.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

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