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Kommentar : Ein Platz für Tiere

  • -Aktualisiert am

Vor etlichen Jahren, es war zu den Zeiten des Intendanten Kelm, erteilte der Hessische Rundfunk einem Beratungsunternehmen den Auftrag, es möge die Stärken und Schwächen des Senders analysieren und Empfehlungen für weiteres Handeln vorschlagen

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          Vor etlichen Jahren, es war zu den Zeiten des Intendanten Kelm, erteilte der Hessische Rundfunk einem Beratungsunternehmen den Auftrag, es möge die Stärken und Schwächen des Senders analysieren und Empfehlungen für weiteres Handeln vorschlagen. Die Berater kamen zu einem Ergebnis, für das man eigentlich keinen externen Rat gebraucht hätte: Der Hessische Rundfunk möge sich auf seine Stärke besinnen, nämlich die Berichterstattung aus und über Hessen.

          Man fühlt sich daran erinnert, weil die Anstalt an der Bertramstraße sich jetzt wieder auf eine ihrer alten Stärken zu besinnen scheint, auf etwas sehr Naheliegendes, die Berichterstattung rund ums Tier. Für die älteren oder auch nur mittelalten Zuschauer ist der Hessische Rundfunk mit dem Namen und dem Bild Bernhard Grzimeks verbunden. Für die Jüngeren: Das war der Frankfurter Zoodirektor, und er war vor Jahren, als noch nicht 120 Fernsehkanäle die Menschheit beglückten, so populär wie in diesen Tagen Günther Jauch.

          Berichte aus dem Frankfurter Zoo

          Auf eine Weise, die heute zu sofortigem Umschalten führen würde, dozierte Grzimek in die Kamera, meist begleitet von einem possierlichen Tier neben sich. Loriot hat den Herrn Professor und seine tierischen Begleiter wunderbar persifliert und dabei die Steinlaus als Nagetierchen eingeführt, die während der Sendung steinerne Schreibtisch-Aschenbecher und Schalen pulverisierte. Doch die Sendereihe „Ein Platz für Tiere“ erfreute sich großer Beliebtheit und war damals wahrscheinlich Fernsehhandwerk auf der Höhe ihrer Zeit. Nebenbei fiel für den Frankfurter Zoo viel Ruhm ab.

          So könnte es auch jetzt bald kommen, denn der Hessische Rundfunk hat sich auf seine Wurzeln besonnen und ist aufs Tier gekommen: Fünfmal wöchentlich jeweils 50 Minuten lang wird er aus dem Frankfurter Zoo und dem Opel-Zoo in Kronberg berichten. Das ist nichts Sensationelles, könnte aber doch ein adäquater Versuch sein, wieder mehr Geltung zu erlangen.

          Denn der Hessische Rundfunk hat sich nicht nur aus dem Stand - zugegeben: mit Dudelfunk - von Radio FFH den Schneid abkaufen lassen, er bildet auch beim Fernsehen unter den sieben dritten Programmen der ARD das Schlußlicht. Marktanteil im Sendegebiet: 5,3 Prozent - Marktführer MDR schafft 8,9. Und bundesweit liegt der Marktanteil des Hessen-Fernsehens bei ganzen 0,9 Prozent. Es gibt also genug zu tun.

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