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Kommentar : Die Macht der Möglichkeiten

  • -Aktualisiert am

Vorerst Bankdrücker: Takashi Inui gehört nicht mehr den ersten Elf der Frankfurter Eintracht an Bild: Wonge Bergmann

Verteidiger Bamba Anderson und Mittelfeldmann Takashi Inui haben bei Eintracht Frankfurts Trainer Veh ausgespielt - bis auf weiteres jedenfalls. Für die Eintracht ist das keine schlechte Nachricht.

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          Dass es in der Mannschaft eines überlegenen Siegers auch Verlierer geben kann, dafür stehen bei Eintracht Frankfurt Takashi Inui und Bamba Anderson. Während die Kollegen beim 3:0 gegen Braunschweig die Stimmung und die Chancen im Abstiegskampf verbesserten, waren die beiden Stammspieler der vergangenen Saison außen vor. Im Kader war kein Platz für sie. Der brasilianische Innenverteidiger, der sich seit Wochen zwischen Betroffenheit und Gleichgültigkeit bewegt oder vor Wehwehchen kapituliert, und der schweigsame Japaner haben bei Trainer Veh ausgespielt - bis auf weiteres jedenfalls. Für die Eintracht ist das keine schlechte Nachricht. Denn dieser Karriereverlauf zeigt, dass der Trainer die Wahl hat. Dass ihm sein wieder breiterer Kader die Möglichkeit für kleinere „Grausamkeiten“ gibt, wenn Spieler nicht mitziehen oder außer Form sind.

          Inuis Abstieg ist schleichender, er war beim ersten Spiel des Jahres gegen Berlin am Ball, danach, bei den Bayern, auf der Bank und ist jetzt ein Mann für die Tribüne. Anderson muss sich inzwischen sogar hinter dem Zukauf Alexander Madlung anstellen, der sich bis vor kurzem in der fünften Liga fit halten musste, bevor die Eintracht ihn unter Vertrag nahm. Und der knorrige Hüne macht seine Sache ordentlich, was ausreicht, um Anderson auszustechen.

          Weit hinten in der Schlange

          Drei Innenverteidiger standen gegen Braunschweig nach der Auswechselung des verletzten Kapitäns Pirmin Schwegler auf dem Platz - Zambrano, Russ, Madlung -, da steht ein vermeintlich gesetzter Spieler wie Anderson sehr weit hinten in der Schlange der Bewerber für einen Posten im Team. Die nächsten Gegner der Eintracht heißen Dortmund und Porto, sind also ein anderes Kaliber als Braunschweig. Aber das macht es umso dringlicher, dass Veh wechseln und variieren kann, ohne allzu viel Qualität einzubüßen. Anderson-Vertreter Russ ist gesetzt, Inui-Ersatz Flum hat sich in Stellung gebracht - für flatterhafte Profis wird es enger bei der Eintracht.

          Erfreulicher war, abgesehen vom deutlichen Sieg der Frankfurter, nur noch das kollektive Scheitern der Konkurrenz. Dass Nürnberg, Bremen, Hamburg und am Sonntag auch Stuttgart ihre Spiele verloren haben, rundete ein ohnehin schon erfreuliches Wochenende ab. Nicht nur Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende, sah einen „perfekten Spieltag“ für die wieder schwungvollere, mutigere Eintracht. Allerdings werden Konkurrenten im Abstiegskampf nicht immer so unterlegen sein wie Braunschweig, so erschüttert wie Hamburg oder vom Spielplan so benachteiligt wie Nürnberg und Bremen, die es mit den Bayern und Dortmund zu tun hatten. Der BVB ist der nächste Gegner von Veh und Co., gleich zweimal sogar, in Pokal und Liga. Das spricht dafür, dass die perfekten Tage in Frankfurt bald vorbei sein könnten. Aber es reicht ja auch mal ein guter oder ein sehr guter. Die Voraussetzungen dafür sind besser geworden.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

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