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Kommentar : Die Karten werden neu gemischt

Der größte Wahlsieger von Frankfurt heißt Thorsten Schäfer-Gümbel. Der SPD-Landesvorsitzende hat, obwohl er der Eignung Feldmann misstraute, alle verfügbaren Kräfte in die Wahlschlacht geschickt.

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          Der nächste Frankfurter Oberbürgermeister heißt Peter Feldmann (SPD). Er hat sich mit überaus klarem Vorsprung gegen den CDU-Kandidaten Boris Rhein durchgesetzt. Mit einem solchen Ergebnis hatte noch vor vier Wochen wohl niemand gerechnet.

          Die Leistung Feldmanns im kräfteraubenden Marathon erst zur Kandidatur und dann zum Wahlsieg verdient Respekt. Da hat sich einer durchgeboxt, der sich auch in den eigenen Reihen nicht besonders großer Beliebtheit erfreut und der bisher im Römer auch nicht durch besonders profunde Sachkenntnis aufgefallen ist. Man muss für Frankfurt hoffen, dass er in die anspruchsvolle Rolle des Oberbürgermeisters hineinwächst.

          Schäfer-Gümbel größter Wahlsieger

          Größer noch als der Sieg Feldmanns ist der Triumph seiner Partei. Die SPD hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Sie kämpft nun wieder mit der CDU um die Vorrangstellung in der Stadt und damit auch im Land, die zwischenzeitlich zur zweiten Macht emporgespülten Grünen sind bis auf weiteres wieder in die Rolle des Mittelpartei zurückgesetzt.

          Der größte Wahlsieger des gestrigen Abends heißt deshalb Thorsten Schäfer-Gümbel. Der SPD-Landesvorsitzende hat, obwohl er der Eignung Feldmann misstraute, alle verfügbaren Kräfte in die Frankfurter Wahlschlacht geschickt. Nachdem sich Feldmann gegen seinen parteiinternen Konkurrenten Michael Paris durchgesetzt hatte, konnte er sich der Loyalität und des Einsatzes aller Genossen sicher sein.

          Der Sieg Schäfer-Gümbels ist die Niederlage von Ministerpräsident Volker Bouffier. Die Landesregierung hat dem Kandidaten Rhein mit den Überlegungen zum Verkauf der Nassauischen Heimstätte einen Bärendienst erwiesen. Anstatt dieses Thema durch eine klare Stellungnahme abzuräumen, wurde Feldmann ein Kampagnenthema überlassen. Auch die zu spät ausgeräumten Differenzen im Umgang mit dem Fluglärm haben den Misserfolg befördert.

          Roths Fürsprache half nichts

          Auch Boris Rhein ist nun schwer angeschlagen. Man kann ihm nicht vorwerfen, dass er sich nicht bemüht hätte. Gegen das Image des Hardliners hat er vergebens angekämpft. Da half auch die Fürsprache der Oberbürgermeisterin nichts, die mit ihrem im November sehr einleuchtenden Plan, Rhein quasi zum Nachfolger zu designieren, gescheitert ist.

          Lange Gesichter machen auch die führenden Grünen im Römer. Die Basis hat ihren Wunsch, mit Rhein als Oberbürgermeister die erfolgreiche Koalition mit der CDU ungestört fortzusetzen, nicht erfüllt. Jetzt werden die Karten im Römer neu gemischt. Die nächsten Tage werden spannend.

          Matthias Alexander
          Stellvertretender Ressortleiter im Feuilleton.

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