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Kommentar : Den Erfolg vollenden

Dass nun nach vielen Jahren des Leerstands des alten Bundesrechnungshofs eine Neubebauung näherrückt, bedeutet eine riesige Chance für die Entwicklung der südlichen Frankfurter Innenstadt.

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          Man kann die städtebauliche Bedeutung des Bundesrechnungshofs für die Frankfurter Innenstadt leicht unterschätzen. Das auf einer Verkehrsinsel zwischen Berliner Straße und Braubachstraße gelegene Gebäude hat ein Schattendasein gefristet, spätestens seit die namengebende Behörde nach Bonn umgezogen ist. Dabei zählen zu seinen Nachbarn das Karmeliterkloster, der Römer und der Stammsitz der Bethmann-Bank.

          Dass nun nach vielen Jahren des Leerstands eine Neubebauung näherrückt, bedeutet eine riesige Chance für die Entwicklung der südlichen Innenstadt. Wenn hier tatsächlich ein Hotel entsteht mit öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss, dann ist das belebende Verbindungsstück zwischen dem Degussa-Areal im Westen und der neuen Altstadt im Osten endlich gefunden. Die alte Idee von der Kulturmeile Braubachstraße nähme am Ende doch noch Gestalt an.

          Erfolgreich widerstanden

          Die ersten Zeichen stimmen hoffnungsfroh. Seit gestern liegen zwei Entwürfe für das Areal vor, die sich sehen lassen können. An der einen oder anderen Stelle müssen die beiden Architektenbüros, die die endgültige Entscheidung unter sich ausmachen werden, noch nacharbeiten. Da die Jury die entscheidenden Schwachpunkte deutlich benannt hat, darf man sich auf eine vernünftige Lösung verlassen.

          Das ist ein großer Erfolg für Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen). Er hat dem Ansinnen der Projektentwickler OFB und Fay widerstanden, die denkmalgeschützten Teile des Ensembles aus den fünfziger Jahren abzureißen. Vielmehr hat er ihnen die Zusage abgerungen, die historische Bausubstanz zumindest äußerlich zu erhalten.

          Was eine Schande wäre

          Cunitz hat auch nicht den naheliegenden Gedanken verfolgt, gleichsam zur Kompensation für die denkmalpflegerische „Zumutung“ eine unverträglich hohe Ausnutzung zuzulassen. Zwar bedeuten 30.000 Quadratmeter eine beachtliche Verdichtung auf der kleinen Fläche, aber sie wird im Blockinneren erreicht und nicht durch einen Turm, der an dieser Stelle in unmittelbarer Nähe zur Paulskirche nichts zu suchen hätte.

          Damit sich sein Werk rundet, wird Cunitz aber seinerseits noch tätig werden müssen. Es wäre eine Schande, wenn die Stadt nicht in der Lage wäre, gleichzeitig mit den Arbeiten auf dem Areal für eine Aufwertung der umliegenden Straßen und Plätzen zu sorgen.

          Matthias Alexander
          Stellvertretender Ressortleiter im Feuilleton.

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