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Kommentar : Braune Bundesbrüder

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Dass die Arminia in Frankfurt den Dachverband der Burschenschaften verlässt, ist lobenswert. Denn der Verband ist nicht willens oder in der Lage, dem braunen Spuk in manchen seiner Mitgliedsbünde Einhalt zu gebieten.

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          Der Willkommensgruß wird in Frakturschrift entboten, die Homepage nennt sich „virtuelle Pforte“, und das Wort „Internet“ mögen die Herren von der Burschenschaft Dresdensia-Rugia vermutlich auch nicht - in diesen Kreisen spricht man lieber von „Weltnetz“. Letzte Unklarheiten über die Gesinnung der Gießener Verbindungsmänner beseitigt der Text zu ihrem Selbstverständnis: „Eine einseitige Geschichtsbetrachtung, wie sie sich beispielsweise im Terminus von der ,Befreiung’ niederschlägt, und den daraus resultierenden Schuldkult lehnen wir jedoch ab, da er zu nationalem Selbsthaß führt und unsere Jugend ihrer Zukunft beraubt.“

          Miese Aussichten hat im Moment aber weniger die deutsche Jugend, sondern eine Organisation, der auch die Dresdensia angehört: Die Deutsche Burschenschaft verliert einen Mitgliedsbund nach dem anderen, seit dort Personen und Gruppierungen den Ton angeben, deren Weltbild mit dem Wort „rechtskonservativ“ sehr wohlwollend beschrieben ist. Zu dieser Fraktion darf wie Dresdensia-Rugia die Wiener Teutonia gerechnet werden, die derzeit der Deutschen Burschenschaft vorsitzt und bereits mehrfach durch Rechtsaußen-Positionen aufgefallen ist.

          Brauner Spuk

          In solcher Gesellschaft hat sich nun auch die Frankfurter Burschenschaft Arminia nicht mehr wohl gefühlt. Ihr Entschluss, dem Dachverband den Rücken zu kehren, ist lobenswert, auch wenn er spät kommt. Denn schon lange war zu erkennen, dass die Deutsche Burschenschaft nicht willens oder in der Lage ist, dem braunen Spuk in manchen ihrer Mitgliedsbünde Einhalt zu gebieten.

          Zwar wurde ein Verbandsfunktionär, der die Hinrichtung Dietrich Bonhoeffers „juristisch gerechtfertigt“ nannte, inzwischen abgewählt. Doch nach wie vor beklagen liberalere Bünde zu Recht den fehlenden Willen der Dachorganisation, sich klar vom Rechtsextremismus zu distanzieren. Es ist deshalb zu hoffen, dass noch mehr Burschenschaften dem Beispiel der Arminia folgen und dass Studentenverbindungen überhaupt alle Kontakte zu anderen Korporationen kappen, die Neonazis dulden.

          Konservative Überzeugungen zu haben ist weder strafbar noch verwerflich. Wer aber Grundsätze der Verfassung in Frage stellt, sollte nicht auf die Toleranz seiner Bundesbrüder vertrauen dürfen. Er muss von der Gemeinschaft ausgeschlossen werden.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

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