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Tim Kanning (kann.)

Kommentar : Besser mittendrin

  • -Aktualisiert am

Mittendrin und dabei: Blick ins Frankfurter Bankenviertel. Bild: Röth, Frank

Die Deutsche Bank will umziehen. Aber nicht ins günstigere Eschborn wie einst die Börse, sondern in die Innenstadt. Das stärkt den Finanzplatz.

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          Viele Informationen lässt die Deutsche Bank nicht heraus zu ihren offenbar noch nicht ganz abgeschlossenen Umzugsplänen. Nur eines wird in den Doppeltürmen strikt zurückgewiesen: Es gehe nicht darum, durch einen Umzug nach Eschborn oder sonst wohin Kosten zu sparen. Die Überlegungen gehörten nicht in eine Kategorie mit denen in London und New York, wo die stolzen Investmentbanker über einen Umzug nach Birmingham oder Florida nachdenken müssten.

          Die beiden Standorte, über die in Frankfurt nun noch diskutiert wird, das Palais Quartier an der Hauptwache und das Gebäude an der Mainzer Landstraße, eint eines: Sie liegen mitten in der Stadt. Und damit folgt die Deutsche Bank den jüngsten Entscheidungen einer ganzen Reihe von Finanzinstitutionen. Sah es noch vor wenigen Jahren so aus, als würde sich der Finanzplatz - angefangen mit der Deutschen Börse - peu à peu nach Eschborn verabschieden, so scheinen diese Zeiten vorerst vorbei.

          Austausch in der Innenstadt

          Die Investmentgesellschaft Allianz Global Investors, deren ehemaliges Gebäude die Deutsche Bank nun im Blick hat, ist innerhalb der Stadt nur wenige hundert Meter Luftlinie die Bockenheimer Landstraße aufwärts gezogen. Die Mutter Allianz hat sich im April gegen einen Umzug ihrer Frankfurter Niederlassung nach Eschborn und für einen Verbleib am Mainufer entschieden. Die ING Diba ist mit ihrer Zentrale ein Stück weiter ins Zentrum gezogen. Und erst vor kurzem hat die Europäische Zentralbank bekanntgegeben, dass die neue Bankenaufsicht ins Herz des Bankenviertels ziehen wird, erst in den Japan-Tower und dann in das bisherige Gebäude der EZB - und nicht etwa ins abgelegene Mertonviertel.

          Für den Finanzplatz sind das gute Nachrichten. Lebt er doch von dem Nebeneinander der wichtigen Spieler, dem informellen Austausch auf der Freßgass’ und dem Gefühl, da zu sein, wo alle anderen auch sind. Am „Finanzplatz Eschborn“ beschränkt sich das Miteinander hingegen weiterhin weitgehend auf das Schlangestehen bei „Best Worscht in town“.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

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