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Kommentar : Bald fallen die Würfel

Hinter dieser Tür sitzt vielleicht die nächste Koalition Hessens. Bild: dpa

Noch sind die Würfel in Hessen nicht gefallen, aber auch Sondierungsgespräche müssen irgendwann einmal ein Ende finden.

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          Noch sind die Würfel in Hessen nicht gefallen, aber auch für Sondierungsgespräche gilt, was der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel über Koalitionsverhandlungen sagte: Es müsse dann „auch mal gut“ sein. Möglicherweise kommt in Wiesbaden dieser Tag in der übernächsten Woche.

          Am Montag sprechen CDU und SPD noch einmal miteinander. Weitere Sondierungsgespräche hätten wenig Sinn, denn man wisse gar nicht mehr, was noch zu sondieren sei, sagen Teilnehmer. Im Würfelbecher sind noch zwei Optionen: eine große Koalition oder Schwarz-Grün. Alles andere ist so wahrscheinlich wie die deutsche Fußballmeisterschaft für Eintracht Frankfurt in dieser Saison.

          Das Thema Flughafen überschätzt

          Es gehört zu den Begleiterscheinungen solcher Sondierungsphasen, dass jede Bemerkung, jede Regung der Mundwinkel der Protagonisten sogleich gedeutet wird: Sind sie sich nähergekommen? Was sagt die Körpersprache? Wie ist die Äußerung des Grünen-Landesvorsitzenden Tarek Al-Wazir zu verstehen, beim Konfliktthema Flughafen sei ein „Korridor“ einer möglichen Einigung definiert worden? Und wie der Satz von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), das „Ei des Kolumbus“ habe man nicht gefunden? Noch nicht?

          Unübersehbar ist, dass es zwischen CDU und Grünen nicht mehr zugeht wie in der Klimbim-Familie. Sie bewegen sich aufeinander zu. Dass es dabei um Themen geht, bei denen ein Bundesland nicht viel zu melden hat wie im Fall der Flüchtlings- und die Gleichstellungspolitik, muss man unter der Rubrik „vertrauensbildende Maßnahmen“ verbuchen. Und wo selbst CDU-Bürgermeister Windräder aufstellen wollen, geht sogar in der Energiepolitik einiges.

          Quer im schwarz-grünen Stall steht wirklich der Frankfurter Flughafen. Al-Wazir hat das bescheidene Abschneiden der Grünen in Bund und Land mit dem schönen Bild beschrieben, die deutsche Mustergemeinde sei eben nicht Berlin-Kreuzberg, sondern Hassloch in der Pfalz. Er hätte auch Frankfurt-Sachsenhausen nennen können. Denn dort, wo der Protest gegen Fluglärm auch das Bürgertum erfasst hat, gewann der CDU-Kandidat das Landtagsmandat mit beachtlichem Vorsprung. In Gießen interessiert der Flughafen allenfalls noch abstrakt, und in Kassel wären sie froh, wenn dort jemand starten würde. Vielleicht kommen die Grünen ja, Symbolik hin oder her, zu dem Urteil, dass sie das Thema überschätzt haben.

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