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Kommentar : Baden gehen ohne Männer

  • -Aktualisiert am

Wasserstoff: Fürs Baden ziehen viele Musliminnen einen Ganzkörperschwimmanzug an, einen sogenannten Burkini. Bild: dpa

Einige Frankfurter Politiker wollen mehr Schwimmzeiten nur für Frauen, zu denen vor allem Muslimas ins Bad gehen. Die Idee hat ihr Für und Wider. Sollte die Stadt so ein Angebot fördern?

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          Es ist eine jener Fragen, die rasch zu einer hitzigen Diskussion führen können: Soll es mehr Zeiten geben, zu denen bestimmte Schwimmbäder ausschließlich Frauen offenstehen? In Frankfurt haben die Ausländervertretung und die SPD eines Ortsbezirks diese Frage auf die Tagesordnung gesetzt. Dort und andernorts im Rhein-Main-Gebiet, etwa in Bad Homburg, gab und gibt es dazu unterschiedliche Ansichten.

          Gegner befürchten mit Blick auf muslimische Frauen, dass solche Angebote eher eher die Segregation denn die Integration fördern. Befürworter wiederum verweisen darauf, dass es Frauen gebe, die nicht zuletzt aufgrund eines solchen Angebots mit anderen zusammenkämen und Verbindungen aufbauen könnten oder überhaupt erst das Schwimmen erlernten.

          Angebot und deren Folgen prüfen

          Die Erfahrung in einem Frankfurter Bad zeigt, dass das Angebot vor allem von Musliminnen genutzt wird. Aber auch jenseits kultureller oder religiöser Begründungen - nämlich mit Blick auf sexistische Übergriffe - sieht das Frauenreferat einen Bedarf für solche speziellen Schwimmzeiten.

          Für Frankfurt wäre es gut, wenn man sich das Schwimmangebot für Frauen in Fechenheim genauer ansehen würde und testweise versucht würde, das Angebot zu erweitern, auch in anderen Stadtteilen, je nachdem, welches Bad sich als geeignet erweist. Nichts anderes als eine solche Prüfung fordert die SPD im Ortsbeirat, zu dessen Bezirk auch das große Rebstockbad gehört.

          Speziell Angebote, aber integrationsfördernd

          Das Thema ist zwar nicht nur integrationspolitisch relevant, aber auch. Das Argument des Frankfurter SPD-Vorsitzenden, man könne in Schulen nicht gut für einen gemeinsamen Schwimmunterricht sein, wenn es für Erwachsene Ausnahmen gebe, hat durchaus Gewicht.

          Trotzdem fördert die Stadt spezielle Sportprojekte für Migrantinnen, die Sportpreise gewonnen haben. Eines von ihnen hieß „Schwimmen und Radfahren für Migrantinnen“, wie der jüngste Integrationsbericht festhält. Ihm zufolge gelten Frauen außerdem als „besondere Zielgruppe“, wenn Sportvereine Migranten eigene Angebote machen. So speziell sie sind, so integrationsfördernd können sie sein.

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