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Kommentar : Auf den Service kommt es an

  • -Aktualisiert am

Für die Platzhirschen im Mainzer Einzelhandel könnte es tatsächlich bald ums wirtschaftliche Überleben gehen. Weil ein Preiskampf mit international tätigen Ketten nicht zu gewinnen ist, müssen sie andere Gewichte in die Waagschale werfen.

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          Der Einkaufstag in einer Decathlon-Filiale gehört für jene fünf Mainzer, die als passionierte Frankreich-Reisende schon seit langem von Angebot, Preis und Leistung des Sportartikelherstellers schwärmen, zu den Höhepunkten ihres jährlichen Familien-Zelturlaubs im Nachbarland. Andere fahren aus Spaß an der Freud vom Rhein-Main-Gebiet aus mal eben schnell in die Outlet-Center nach Zweibrücken oder Wertheim. Und wer noch mehr Auswahl zu noch günstigeren Preisen sucht, verbringt seine Abende liebend gerne am Computer, um in die schöne, bunte Welt der Internetgeschäfte einzutauchen.

          Falls Decathlon im nächsten Jahr am Mainzer Hauptbahnhof eine Filiale eröffnet und die geplante ECE-Einkaufspassage an der Ludwigsstraße den Kunden zudem noch „Karstadt Sport“ beschert, dürfte es für Platzhirschen im Einzelhandel tatsächlich bald ums wirtschaftliche Überleben gehen.

          Kompetenz der Verkäufer und Service ist wichtig

          Weil ein Preiskampf mit international tätigen Konzernen, Ketten und Discountern von inhabergeführten Altstadt-Geschäften nicht zu gewinnen ist, müssen sie andere Gewichte in die Waagschale werfen. Das Ambiente eines Ladens zählt ebenso wie die Kompetenz der Verkäufer, das Sortiment ist wichtig und vor allem ein Service, der über das hinausgeht, was die günstigere Konkurrenz anzubieten hat: Das fängt bei einer Einladung zum Espresso an und reicht so weit, dass man die Wanderschuhe auch wieder zurücknimmt, wenn der Kunde nach einem ersten Ausflug völlig frustriert und mit Blasen an den Füßen abermals im Laden steht.

          Allein mit klangvollem Namen und teuren, bisweilen gar überteuerten Markenartikeln lassen sich selbst Traditionsbetriebe auf Dauer nicht am Markt halten. Von den Mainzer Rathauspolitikern, die trotz des beschlossenen Zentrenkonzepts aus der Innenstadt keinen wettbewerbsfreien Raum machen können, sollten sich die Händler nicht allzu viel erwarten. Immerhin die Hälfte der Ladenbetreiber, die in der City ihre Waren feilbieten, scheint das begriffen zu haben. Sie sehen einer Umfrage zufolge offenbar doch eher die Chancen, die ihnen ein neues Einkaufszentrum im Herzen der Stadt bietet.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

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