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Stichwahl in Kronberg : König wird Stadtoberhaupt

Freuen sich: der neue Bürgermeister von Kronberg Christoph König mit seiner Frau Elina König Bild: Hannah Aders

Der Favorit Christoph König hat die Bürgermeisterwahl in Kronberg für sich entschieden. Jubelrufe gab es keine: Nicht nur der Wahlkampf, auch die Verkündung des Ergebnisses war von der Corona-Pandemie geprägt.

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          Christoph König (SPD), der als unabhängiger Bewerber angetreten war, hat die Bürgermeister-Stichwahl in Kronberg am Sonntag mit 63,5 Prozent gewonnen – und sich „ziemlich überwältigt“ gezeigt. Sein Konkurrent Andreas Becker (CDU) musste sich mit 36,5 Prozent zufriedengeben. „Natürlich hatte ich mir mehr erhofft“, sagte Becker. Wie schon im ersten Wahlgang, lag der CDU-Fraktionsvorsitzende in keinem Wahlbezirk vorn. Zwei Wochen zuvor hatte er sich in der Kernstadt mit dem dritten Platz hinter Kristina Fröhlich (FDP) zufrieden geben müssen, die schließlich ausschied.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Die Wahlbeteiligung lag jetzt mit 51,4 Prozent etwas niedriger. „Für eine Stichwahl ist sie aber gar nicht so schlecht“, sagte König. Der 54 Jahre alte Richter am Amtsgericht Königstein war als unabhängiger Kandidat angetreten und wurde von den Grünen und der Unabhängigen Bürgergemeinschaft (UBG) unterstützt. Davon war am Wahlabend wenig zu spüren. Denn nicht nur der Wahlkampf, auch das Warten auf das Ergebnis war von der Corona-Pandemie geprägt. Obwohl König schon im ersten Stimmbezirk vorne lag und die mehr als 60 Prozent konstant hielt, gab es keine Jubelrufe oder Umarmungen.

          „Es ist besser, mit- als gegeneinander zu arbeiten“

          Eine abgezählte Zahl von Zuschauern verfolgte die Präsentation mit gedämpftem Gemurmel im Vestibül der schmuckvollen Bankiers-Sommervilla von 1905, die der Stadt als Stadtverordnetensitzungssaal dient. Vom oberen Gang aus wurde das Geschehen ins Internet übertragen. Bis zu 400 Zuschauer gleichzeitig verfolgten es dort. Der UBG-Vorsitzende Oliver Schneider war gekommen und zeigte sich „sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis. Königs Motto „zusammen geht mehr“ dürfe aus seiner Sicht auch das Ziel für die Kommunalwahl sein. „Es ist besser, mit- als gegeneinander zu arbeiten.“

          Als das Ergebnis feststand, war König nach eigenen Worten froh über das Ende des „längsten Wahlkampf jemals“. Denn die eigentlich für Juni vorgesehene Wahl war auf November verschoben worden. Nicht nur wegen Corona seien die folgenden Monate eine Herausforderung für alle, sagte der künftige Bürgermeister. Er hoffe, dass es nicht zu einem „Endlos-Wahlkampf“ bis zur Kommunalwahl im März komme. Becker kündigte an, den neuen Mann im Rathaus „kritisch und konstruktiv“ zu begleiten.

          Dort muss Klaus Temmen (parteilos) über das Ende seiner Amtszeit am 30. November hinaus bleiben, weil die Stadtverordneten frühestens am 17. Dezember die Gültigkeit der Wahl feststellen können. Auch sein für den 26. November geplanter festlicher Abschied ist verschoben worden. Bei allen Belastungen des Bürgermeisteramts, für die Temmen seinem Nachfolger Durchhaltevermögen wünschte, scheint er dennoch daran zu hängen. „Das fühlt sich an wie bei der eigenen Beerdigung“, sagte Temmen, als er für die Glückwünsche ans Rednerpult trat.

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