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Koalitionsverhandlungen : Misstöne statt Harmonie in Frankfurt

Bastian Bergerhoff: Der Grüne Parteisprecher ist sich bei den Koalitionsverhandlungen mit der Frankfurter FDP nicht immer einig. Bild: Frank Röth

Eine Zielgerade kann sehr lang werden: Die künftigen Koalitionäre können sich vor allem beim Personal noch nicht einigen. Bald ist die selbstgesetzte Frist verstrichen.

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          Wir freuen uns gemeinsam auf die Verhandlungen über die ausstehenden Punkte“, hieß es noch am Freitag in einer harmonischen Erklärung der künftigen Koalitionspartner Grüne, SPD, FDP und Volt. Doch die Freude ist zumindest in Teilen der zu formenden Koalition verflogen. In Verhandlungskreisen werden die Grünen, der stärkste Partner, als raumgreifend beschrieben. Sogar von Gier ist die Rede. Es geht um die Außenwirkung, wer als strahlender Sieger die nächste Koalition dominiert. Wer die stärksten Dezernate für sich reklamiert – und wessen Handschrift den Koalitionsvertrag prägt. Immerhin, man sei noch nicht laut geworden.

          Künftige Koalitionäre unter Zeitdruck

          Martin Benninghoff
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
          Florentine Fritzen
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die künftigen Koalitionäre haben sich selbst unter Zeitdruck gesetzt: Sie wollen den Vertragsentwurf in dieser Woche präsentieren. Am Dienstag wurde ein Verhandlungstermin ausgesetzt, am Mittwoch soll es nun weitergehen. Das ist auch nötig, wenn der selbstgesteckte Zeitplan noch ansatzweise eingehalten werden soll. Hinter vorgehaltener Hand wird sogar ein Scheitern der Verhandlungen ins Spiel gebracht. Das ist nach Wochen der gegenseitigen Sympathiebekundungen ein neuer Tonfall. Einer, den man allerdings nicht überbewerten sollte: Am Ende von Verhandlungen geht es häufig um den letzten Schub, um mit müden Beinen möglichst kraftvoll über die Zielgerade zu kommen.

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