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Synthetisches Kerosin : CO2-neutral zu fliegen ist möglich

Klimafreundlich: Lufthansa speist für Frachtflüge zwischen Frankfurt und China Kohlenstoffdioxid-neutralen Kraftstoff ins Versorgungssystem. Bild: dpa

Eine neue Studie untersucht den Stand der Dinge zu klimaneutralem Kerosin. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass es trotz Hürden machbar ist. Und die Region um Frankfurt könnte dabei eine wichtige Rolle spielen.

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          Die gute Nachricht lautet: Kerosin lässt sich vollsynthetisch, ohne Rückgriff auf Erdöl herstellen – auf längere Sicht auch in großen Mengen. Wirklich CO2-neutral kann auch synthetisches Kerosin aber nur dann sein, wenn dabei auch ausschließlich regenerative Energie in Form von Strom aus Solar- und Windkraftanlagen genutzt wird.

          Jochen Remmert
          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          An dieser Stelle folgt eine weniger gute Nachricht zumindest für die derzeit besonders häufig erwähnte Power-to-Liquid-Technologie (PtL): Denn es braucht enorme Mengen solchen klimaneutral erzeugten Stroms, um mit dieser Technologie aus Wasser, Kohlenstoffdioxid (CO2) und Strom auch nur die in Deutschland abgesetzte Menge an Kerosin vollständig CO2-neutral zu produzieren. Das Frankfurter Centre of Competence for Climate, Environment and Noise Protection in Aviation (Cena) rechnet in seiner neuen Studie zu diesem Thema vor: In ganz Deutschland wurden 2018 gut zehn Millionen Tonnen oder rund 12,5 Milliarden Liter an deutschen Flughäfen in Flugzeugtanks gepumpt. Selbst wenn es möglich wäre, aus dem eingesetzten Strom verlustfrei diese Menge an Kerosin herzustellen, wären dafür rund 125 Terawattstunden nötig.

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