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„Kleine“ Eintracht Frankfurt : Komfortabel und kompliziert

  • -Aktualisiert am

Verzwickt: Alexander Schurs neuer Vertrag lässt auf sich warten. Bild: Jan Huebner

Trainer Alexander Schur bringt die zweite Vereinsmannschaft von Eintracht Frankfurt aus der Gefahrenzone, jetzt will er die Vertragsverlängerung. Doch entscheidende Leiter beim Bundesligaverein halten sich noch bedeckt.

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          Die Position von Alexander Schur ist klar: Er will über den Sommer 2014 hinaus Trainer der zweiten Vereinsmannschaft der Frankfurter Eintracht bleiben. „Noch ist nichts in trockenen Tüchern“, sagte der Zweiundvierzigjährige am Mittwoch. „Aber ich denke, dass es ganz gut aussieht.“ Sein Dreijahresvertrag läuft im kommenden Juni aus. Und seine Prognose („Ich gehe davon aus, dass es in Zukunft weitergehen wird“) verdeutlicht, dass er die Situation gut einschätzen kann. Doch Armin Kraaz hält sich noch bedeckt. Der Leiter des Leistungszentrums des Bundesligavereins sagt nur: „Die Entscheidung wird im Januar oder Februar getroffen.“ Und weiter: „Wir sind mit dem Trainer zufrieden.“ So wäre es eine Überraschung, wenn Schur nach dieser Saison seinen Posten als Regionalliga-Coach räumen müsste. Zumal er mit Rang neun in der Südwestgruppe erfolgreicher arbeitet als in der zurückliegenden Runde, in der er durch seine Ausbildung zum Fußballlehrer einer Doppelbelastung ausgesetzt war.

          Kraaz sagt es nicht, aber es muss wie in der Vergangenheit der Dienstweg eingehalten werden. Und der sieht vor, dass das Leistungszentrum und Sportdirektor Bruno Hübner nach den Gesprächen einer Meinung bei der Besetzung der Trainerstelle sind. Unterschiedliche Auffassungen soll es bisher nicht gegeben haben. Der Rückendeckung von Kraaz dürfte sich Schur auch diesmal sicher sein. Acht Punkte Vorsprung hat die „kleine“ Eintracht mit Beginn der Winterpause vor dem ersten möglichen Abstiegsplatz. Vor einem Jahr hingegen stand sie noch ganz unten, bevor die Rettung in der zweiten Saisonhälfte glückte. Kein Wunder, dass Kraaz heute „sehr zufrieden“ mit dem Rundenverlauf ist. „Wir haben guten und ansehnlichen Fußball gespielt. Die Situation ist gewissermaßen ein bisschen komfortabel“, sagt er.

          Sein Aufstieg kann warten

          Auch das spricht für die Verlängerung der Zusammenarbeit mit Schur. Den Weg zu dieser Entscheidung bezeichnet er als „ein bisschen kompliziert – für den Job vielleicht ein bisschen zu kompliziert“. Böse meint er das nicht. Es war auch sein Wunsch, die intensiven Gespräche über die zukünftige Ausrichtung im Januar zu führen. Er fühlt sich „pudelwohl“ am Riederwald. Das bliebe so, wenn der ehemalige Eintracht-Profi auch in der neuen Spielzeit einen „guten Kader“ zur Verfügung hätte. „Ich habe keine Lust, tief im Abstiegskampf zu stecken. Wenn du machtlos bist, weil die Qualität nicht so da ist“, sagt Schur. Kraaz hofft derweil, im neuen Spieljahr wirtschaftlich den Status quo halten zu können. „Die Finanzen werden sich nicht gravierend unterscheiden“, kündigt er an. Von denen in Hoffenheim oder beim VfB Stuttgart würden sie sich allerdings gravierend unterscheiden. „Da sind wir in Frankfurt Lichtjahre weg.“

          Schur schwebt wieder ein längerfristiger Vertrag vor. Sein Aufstieg als Trainer in eine höhere Spielklasse kann warten. Die Verzahnung zwischen oben, den Profis, und unten bei der Eintracht ist besser geworden, seitdem Oscar Corrochano als zweiter Assistenztrainer unter Armin Veh die Regionalliga-Spieler fest im Blick hat. „Für mich ist wichtig, dass die Spieler entsprechend angeschaut werden. Dass Sonny Kittel und Marc-Oliver Kempf von den Profis beurteilt werden.“ Schur hat Corrochano um ein entsprechendes Feedback gebeten. Wie der Vertrag von Schur laufen auch die Trainerverträge von Daniyel Cimen (A-Jugend) und Uwe Bindewald (B-Jugend) aus. Auch hier deuten sich keine Veränderungen an. Würde aber ein Posten frei werden, wäre Corrochano sicherlich ein Kandidat, sollte er seine Tätigkeit bei den Bundesliga-Profis nicht fortsetzen. „Es kann jeder spekulieren, ob der eine oder andere bessere Chancen hat“, sagt Kraaz vielsagend.

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