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Klage muslimischer Eltern : Schwimmunterricht in „Burkini“ zumutbar

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Im Burkini ist muslimischen Mädchen auch der koedukative Schwimmunterricht zuzumuten, meint der VHG. Das sehen die Bundesrichter genauso Bild: Archiv

Muss ein muslimisches Mädchen aus Frankfurt am Schwimmunterricht mit Jungen teilnehmen, auch wenn seine Eltern dies aus religiösen Gründen ablehnen? Der VGH meint ja - und das Bundesverwaltungsgericht auch.

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          Muslimischen Schülerinnen kann die Teilnahme am gemeinsamen Schwimmunterricht von Jungen und Mädchen zugemutet werden. Um ihren religiösen Bekleidungsvorschriften gerecht zu werden, könnten sie einen Burkini, einen Ganzkörperbadeanzug, tragen. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden.

          Damit scheiterte eine 13 Jahre alte Gymnasiastin aus Frankfurt mit ihrer Klage. Sie hatte aus religiösen Gründung eine Befreiung vom sogenannten koedukativen Schwimmunterricht durchsetzen wollen. (Az.: BVerwG 6 C 25.12).

          Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hatte zuvor der Schule Recht gegeben und die Klage der Schülerin abgewiesen ab. Es sei der Schülerin zuzumuten, in einem Burkini - einem Ganzkörperbadeanzug - am Schwimmunterricht teilzunehmen. In dem von der Unterlegenen angestrengten Revisionsverfahren ging es darum, wann das Grundrecht auf Glaubensfreiheit eine Befreiung vom Schulunterricht begründen kann.

          Was ist Burkini?

          Ein Burkini ist ein Badeanzug für muslimische Frauen. Bis auf Gesicht, Hände und Füße sind alle Körperpartien bedeckt. Das Kunstwort setzt sich aus den Begriffen Burka und Bikini zusammen. Jeder Burkini hat auch eine integrierte Kopfbedeckung, an der ein Kopftuch angenäht ist. Sie erinnert an die Haube der Eisschnellläufer.

          Burkinis ähneln Taucheranzügen. Sie sind aber nicht einteilig, sondern bestehen aus mehreren wassertauglichen Kleidungsstücken. Die meisten Burkinis sind weit geschnitten. Selbst wenn die Schwimmerin aus dem Wasser steigt, klebt der Stoff nicht am Körper. So werden keine weiblichen Rundungen sichtbar. Dafür sorgt das Material. Weite, mehrteilige Burkinis bestehen meist aus Polyester. Es saugt sich nicht mit Wasser voll. Es gibt aber auch eng anliegende Burkinis, die wie herkömmliche Bademode aus Elastan bestehen und Wasser aufnehmen.

          Sehr bekannt ist der Burkini, den die libanesischstämmige Australierin Aheda Zanetti 2003 erfunden hat, in Deutschland noch nicht. In Schaufenstern von Sportgeschäften ist er kaum zu finden. Wer einen Burkini kaufen möchte, muss im Internet auf die Suche gehen.

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