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Kino zum Jahreswechsel : Schwelgen an Silvester

Silvesterfilm: Das Filmmuseum zeigt den Komödienklassiker „Eins, Zwei Drei“ von Billy Wilder aus dem Jahr 1961. Bild: Deutsches Filminstitut

Statt Böller ins Kino – das hat für viele schon Tradition. Die Kinos haben deshalb am letzten Tag des Jahres Besonderes in petto.

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          Es gibt sie noch, die Leute, die an den Silvesterplänen festmachen, wo der eigene Marktwert so anzusiedeln ist. Kein Kurztrip nach New York? Kein Champagner mit Blick auf den Eiffelturm? Nicht mal eine Mottoparty? Och. Während Millionen von Teenagern sich grämen, dass sie nicht oder zur falschen Silvesterparty eingeladen sind, entkleidet der Kluge den Silvesterabend von hochgesteckten Erwartungen und macht, wonach ihm der Sinn steht.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Während die einen früh schlafen gehen – die ganze Puste braucht man schließlich für die nächsten 365 Tage –, zieht es ungeheuer viele Leute am Silvesterabend in die Kinos. Zwar haben zahlreiche Programmkinos an Silvester geschlossen, die anderen aber wissen, was das Publikum wünscht: das Besondere, das den letzten Tag des Jahres gut ausklingen lässt, ohne Stress, aber mit Anspruch. Es lohnt sich also, die Kinoprogramme zu durchforsten: Früh am Abend etwa fängt das Frankfurter Kino Metropolis an und reiht sich in die Riege der Kinos ein, die live aus Berlin das Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker übertragen. Um 17 Uhr steht Daniel Barenboim nicht nur am Pult, er spielt auch Mozarts Klavierkonzert 26 D-Dur, KV 537, und wenn am Ende Ravels „Bolero“ erklingt, fehlt eigentlich nur noch das Gläschen Sekt dazu.

          „Climax“ im Kinosessel

          Das kann man sich im Deutschen Filmmuseum Frankfurt vor der Vorstellung an der Bar besorgen. Dort hat der „Silvesterfilm“ gute Tradition: Diesmal zeigt das Filmmuseum um 21.30 Uhr den Komödienklassiker „Eins, Zwei Drei“ von Billy Wilder aus dem Jahr 1961 in der englischsprachigen Originalfassung auf 35 Millimeter. Wer Liselotte Pulver im Punktekleid schallend lachen hören will, muss sich beeilen und Restkarten kaufen.

          Dass das Kino Traumstern in Lich am Silvesterabend um 21.30 Uhr ausgerechnet die Filmorgie „Climax“ zeigt, hat natürlich einen gewissen Witz. Andererseits ist es ja auch cool, im Kinosessel den anderen beim totalen Exzess zuzusehen und dann völlig nüchtern noch vor Mitternacht hinaus in die abendliche Kühle zu treten. Den Sekt gleich mit liefern die beiden Kinos der Frankfurter Arthouse-Gruppe, Cinema und Harmonie. Dort gibt es als Silvestermenü Filme schon weit vor dem Bundesstart zu sehen, nämlich „Maria Stuart, Königin von Schottland“ um 16 Uhr im Cinema, „Die Frau des Nobelpreisträgers“ um 18.30 Uhr, oder den kubanischen Ballettfilm „Yuli“ um 20.30 Uhr. In der Sachsenhäuser Harmonie, wo die neue Bar geöffnet hat, läuft als Preview um 20.30 Uhr „The Green Book“. Zeit, zum Feuerwerk zu schlendern, ist dann noch allemal.

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