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Drei Kinder in Teich ertrunken : Bürgermeister ficht Dorfteich-Urteil an

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Berufung: Der Bürgermeister von Neukirchen (l.), hier im Gespräch mit seinem Anwalt Karl-Christian Schelzke, geht gegen das Urteil vor. Bild: dpa

Nachdem im nordhessischen Neukirchen 2016 drei Kinder in einem Teich ertrunken waren, wurde der Bürgermeister wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Jetzt geht er gegen das Urteil vor.

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          Der nach dem Ertrinken von drei Kindern in einem Dorfteich verurteilte Bürgermeister von Neukirchen setzt sich juristisch zur Wehr. Er habe Berufung gegen das Urteil eingelegt, sagte Klemens Olbrich (CDU) im nordhessischen Neukirchen der Deutschen Presse-Agentur. Das Amtsgericht Schwalmstadt bestätigte am Montag den Eingang der Berufung. Als Nächstes werde seine Anwalt das schriftliche Urteil abwarten, um weitere Schritte einzuleiten. Das Verfahren könnte dann vor dem Landgericht Marburg wieder aufgenommen werden.

          Der Bürgermeister von Neukirchen (Schwalm-Eder-Kreis) war am 20. Februar wegen fahrlässiger Tötung wegen Unterlassens verurteilt worden. Das Amtsgericht Schwalmstadt verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro (120 Tagessätze zu 100 Euro), allerdings unter Vorbehalt. Die Strafe ist für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zahlen muss er zudem 4000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Das Gericht befand, Olbrich habe die Verkehrssicherungspflicht für den Teich verletzt. Die Wasserstelle weise erhebliches Gefahrenpotenzial auf.

          Der Bürgermeister erwiderte, dass die Ausdehnung dieser Pflicht nicht nachvollziehbar sei. „Wenn sich diese Sichtweise durchsetzt, bekommen wir eine völlig neue Qualität der Verkehrssicherungspflicht. Dann müssen wir uns bei lauter stehenden und fließenden Gewässern in Deutschland fragen, ob sie eine Gefahr darstellen.“

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