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Kickers Offenbach : Ehemalige Funktionäre gestehen Insolvenzverschleppung

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Kickers Offenbach: Drei frühere Geschäftsführer haben gestanden, Insolvenzverschleppung betrieben zu haben. Bild: dpa

Die drei ehemaligen Geschäftsführer der Kickers Offenbach GmbH haben haben die Insolvenzverschleppung zugegeben. Welches Strafmaß droht ihnen nun? Derweil zieht sich der Präsident zurück.

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          Die drei ehemaligen Geschäftsführer haben im Strafprozess um die Insolvenzverschleppung bei der Kickers Offenbach GmbH vor dem Landgericht Darmstadt Geständnisse abgelegt. Die Offenbacher Kickers (OFC) hatten 2010 ihre Profiabteilung in die Fußball GmbH ausgelagert.

          Allerdings war diese GmbH laut Staatsanwaltschaft von Beginn an nicht solvent. Zudem sollen Umsatz-, Einkommens- und Gewerbesteuern in Höhe von mehreren hunderttausend Euro hinterzogen und Sozialbeiträge verspätet bezahlt worden sein.

          Gericht reduziert die Geldauflagen

          Die drei Angeklagten erklärten am Donnerstag, zu gestehen und die Angebote des Gerichts anzunehmen, die die Kammer am ersten Verhandlungstag gemacht hatte, um das Verfahren zu beschleunigen. Das Gericht reduzierte die Geldauflagen für zwei Angeklagte. Thomas K., der Geschäftsführer von 2010 bis Juli 2012 war und Jörg H., Finanz- und Lohnbuchhalter der GmbH, hatten erfolgreich darauf hingewiesen, schon Wiedergutmachungen gezahlt zu haben.

          „Mir ist heute klar, dass ich das alles hätte früher erkennen sollen“, sagte Daniel F. Er war Geschäftsführer vom 1. November 2012 bis zum Insolvenzantrag am 7. Juni 2013 und dann bis Januar 2016. Das Verfahren gegen Daniel F. wurde nach seinem Geständnis gemäß der Absprache gegen 10.000 Euro Geldauflage eingestellt.

          „Ich habe geglaubt, dass für den Fußball andere Gesetze gelten“, gab Thomas K. zu. Er war OFC-Fan seit seiner Kinderzeit, Vizepräsident und GmbH-Geschäftsführer von der Gründung im Jahr 2010 bis Juli 2012. Er erinnerte daran, dass der Verein im Jahr 2000 rund 2,3 Millionen Euro Schulden gehabt habe, aber 2007 schuldenfrei gewesen sei, weil er in der 2. Liga spielte. „Das war der Grund, warum wir immer dachten, wir kriegen das hin.“ In der 2. Liga sind die Fernsehgelder ein vielfaches höher als in der 3. Liga. Aber die Spieler bei Drittligisten sind ebenfalls teure Profispieler.

          Missstände schon 2010 bekannt

          Jörg H. räumte ein, er hätte schon 2010 seine Schlüsse ziehen müssen, da er die Buchhaltung kannte. „Wir sind davon ausgegangen, dass wenn das Stadion fertig ist, es für uns eine Erlösung gibt“, erklärte er mit Verweis auf dem Neubau des Fußballstadions in Offenbach.

          Das Stadion hatten weitgehend die Stadt Offenbach und das Land Hessen bezahlt. Aber sie hätten verlangt, dass die Profiabteilung in die Fußball GmbH ausgelagert werde, so Thomas K. Und dass die GmbH die „baubegleitenden Nebenkosten“ übernehme. „Worauf wir nicht hätten eingehen sollen“, meinte Thomas K. Dadurch sei die GmbH mit rund einer Millionen Euro belastet worden.

          Sollten sich in der Hauptverhandlung nicht neue Tatsachen und Wendungen ergeben, erwarten die verbleibenden zwei Angeklagten gemäß der verfahrensbeschleunigenden Absprache folgende Strafen: 15 bis 24 Monate zur Bewährung und 10 000 Euro Bewährungsauflage für Thomas K. Mit zwölf bis 21 Monaten zur Bewährung plus 5000 Euro Bewährungsauflage kann Jörg H. rechnen.

          Spahn tritt als Präsident der Kickers Offenbach ab

          Fifa-Sicherheitschef Helmut Spahn ist als Präsident von Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach zurückgetreten. Der 57 Jahre alte Spitzenfunktionär des Weltverbandes tritt aus beruflichen Gründen ab, wie Geschäftsführer Christopher Fiori am Donnerstag bestätigte. „Das ist Fakt. Es ist nicht erfreulich, aber es hat sich abgezeichnet, weil er beruflich viel im Ausland ist“, erklärte Fiori. Zuvor hatte der Radiosender FFH von dem Rücktritt berichtet.

          Die Mitgliederversammlung zur Wahl eines neuen Präsidenten kann frühestens im November einberufen werden. Spahn war erst im Februar für zwei Jahre wiedergewählt worden. Die Kickers belegen in der Regionalliga Südwest derzeit den sechsten Rang. (lhe.)

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