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Sozialgericht Frankfurt : Kein Unfallversicherungsschutz bei Handynutzung

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Unfall mit dem Handy in der Hand: Doch wer zahlt im Falle eines Unfalls (Symbolbild). Bild: dpa

Eine Frau ist auf dem Nachhauseweg von einer Bahn erfasst und verletzt worden. Doch die Versicherung weigert sich zu zahlen, denn die Geschädigte telefonierte mit dem Handy

          Ein Zusammenstoß zwischen einem mit Handy telefonierenden Fußgänger und dem öffentlichem Nahverkehr muss nicht als Arbeitsunfall anerkannt werden, wenn der Unfall durch die Ablenkung per Telefon verursacht wird.

          Das geht aus einer Entscheidung des Sozialgerichts Frankfurt hervor. Wenn der Versicherte durch sein Telefonat derart abgelenkt ist, dass er in einen Unfall verwickelt wird, sei die Handynutzung als wesentliche Unfallursache anzusehen, teilte das Gericht Frankfurt am Dienstag mit.

          Von Bahn erfasst

          Es hatte die Klage einer Beschäftigten eines Frankfurter Hotels gegen die Berufsgenossenschaft abgewiesen. Die zum Unfallzeitpunkt 56 Jahre alte Klägerin war auf ihrem Heimweg vom Hotel beim Überqueren eines unbeschrankten Bahnübergangs von einer Bahn erfasst wurde. Die Frau erlitt Verletzungen im Kopfbereich sowie eine Hirnblutung und musste deshalb in monatelange stationäre Behandlung.

          Die Berufsgenossenschaft erhielt vom zuständigen Ordnungsamt Unterlagen zum Unfallhergang. In diesen waren die Auswertungen einer Videoaufzeichnung sowie Zeugenaussagen enthalten, aus denen sich jeweils ergab, dass die Klägerin zum Zeitpunkt des Unfalls mit dem Handy telefoniert hatte. Daraufhin lehnte es die Beklagte ab, den Unfall als Arbeitsunfall anzuerkennen, woraufhin die Klägerin Klage gegen die Berufsgenossenschaft erhob.

          Das Sozialgericht wies die Klage ab. Es sei nur die Tätigkeit des Nachhausegehens vom Arbeitsort, nicht jedoch auch das gleichzeitige Telefonieren mit dem Handy versichert.

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