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Katholische „Erlebniskirche“ : Ort der Experimente

Kirche der Zukunft? Der Neubau in Goldstein präsentiert sich am Tag der Weihe mit viel Licht, Glas und Grün. Bild: Michael Braunschädel

In Frankfurt hat Limburgs Bischof Georg Bätzing ein neues Gotteshaus eingeweiht. Die „Erlebniskirche“ St. Johannes soll neue Zielgruppen ansprechen. Dafür musste sogar die Orgel dran glauben.

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          Seit Jahren stehen die Zeichen auf Abriss oder Umwidmung von Kirchen. Das Bistum Limburg ist da keine Ausnahme. Doch am Sonntagnachmittag durfte Bischof Georg Bätzing in Frankfurt das Gegenteil tun – und die Kirche St. Johannes der Täufer einweihen. Ein Termin mit Seltenheitswert in Zeiten sinkender Mitgliederzahlen, leerer Gotteshäuser und verkleinerter Immobilienbestände. In den vergangenen 15 Jahren sind im Bistum Limburg nur vier Kirchen neu geweiht worden. Die Hoffnung auf eine Trendwende liegt auch auf Gotteshäusern wie dieses in der Schwanheimer Siedlung Goldstein, dessen Architektur zugleich steingewordener Ausdruck eines neuen Selbstverständnisses zwischen Tradition und Moderne sein und somit neue Zielgruppen ansprechen soll.

          Martin Benninghoff
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Neue Zeiten erfordern neue Wege“, sagte der Bischof in Anwesenheit von – coronabedingt – rund 60 Gästen in der kürzlich fertiggestellten, durch die Ziegelsteinoptik hell und einladend wirkenden Kirche. Viele weitere Zuschauer konnten die Kirchweih im Livestream oder vom „Public Viewing“ im benachbarten Goldsteinpark aus mitverfolgen. Auch für traditionellere Kirchgänger hatte der Bischof eine Botschaft oder vielmehr ein vermittelndes Angebot zu unterbreiten: Nichts vom Guten der alten Zeit gehe einfach so verloren, „aber es soll uns auch nicht so binden, dass wir nicht fähig wären, den Menschen heute Angebote des Glaubens, der Lebensdeutung und der Gottesbegegnung zu machen“.

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