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Kasseler Institut : Im Dienst der Energiewende

  • -Aktualisiert am

Bereit für die Energiewende: Windräder auf der Schwäbischen Alb. Bild: dapd

In Kassel entsteht in den nächsten Jahren eines der größten Fraunhofer Institute in Deutschland. Das Iwes nimmt eine zentrale Rolle ein.

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          In Kassel entsteht in den nächsten Jahren eines der größten Fraunhofer Institute in Deutschland. Der Ausbau des Kasseler Teils des Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) dürfte während dieser Zeit zur größten Infrastrukturinvestition in der führenden Organisation für angewandte Forschung in Europa werden. Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) hat dem Leiter des Iwes, Jürgen Schmid, zugesichert, sich für Haushaltsmittel einzusetzen. Spätestens bis 2017 sollen allein in einen Neubau des Iwes in Kassel, in dem 500Mitarbeiter Platz finden werden, 100 Millionen Euro durch Bund und Land investiert werden.

          Das heißt für Schmid aber nicht, dass die bestehenden Standorte aufgegeben werden. Seit vor gut drei Jahren aus dem Institut für solare Energieversorgungstechnik (Iset) an der Universität Kassel das Fraunhofer Iwes geworden ist, wuchs die wissenschaftliche Einrichtung rasant. Die Zahl der Mitarbeiter, Stipendiaten, Diplomanden und Doktoranden hat sich von etwa 180 auf gut 360 verdoppelt, und das Etatvolumen schnellte von 2008 bis 2011 von neun auf 20 Millionen Euro hoch. Die Zahl der Standorte wuchs von zwei auf vier allein im Stadtgebiet von Kassel. Standorte für die Biogasforschung in Bad Hersfeld oder die Systemtechnik wie in Fuldatal kommen hinzu. In fünf Jahren, wie Schmid prognostiziert, werden 800 Angestellte und Wissenschaftler allein am Kasseler Iwes-Standort arbeiten. In Kassel beschäftigt sich das Iwes mit der Systemtechnik, am anderen Standort in Bremerhaven mit weiteren 150 Mitarbeitern vor allem mit der Windenergie.

          Seit Energiewende nötiger denn je

          Für Schmid ist die nordhessische Stadt als Wissenschaftsstandort für Energiesystemtechnik erste Wahl. Das Iset sei das erste wissenschaftliche Institut in Deutschland gewesen, das sich auf die Energiesystemtechnik konzentriert habe. Das sei bis heute die Stärke der Kasseler. Von hier seien die Initiativen zur europäischen Vernetzung der erneuerbaren Energiequellen und der Forschung daran ausgegangen. „Das Iwes ist und bleibt ohne Zweifel das Institut zur Gestaltung der Energiewende in Deutschland“, sagt Schmid. Es sei die Aufgabe des Iwes, im Verlauf der Energiewende die Versorgungssicherheit Deutschlands mit seiner wissenschaftlichen Arbeit zu gewährleisten und die Umstellung auf nachhaltig fließende Quellen nicht teurer werden zu lassen, als es unbedingt notwendig sei.

          Seit der Energiewende vor gut einem Jahr ist die Arbeit des Iwes nötiger denn je. Denn gegenwärtig sieht Schmid durch den „unstrukturierten und ungeplanten Ausbau der erneuerbaren Energien“ sowohl die Versorgungssicherheit in Gefahr als auch die Kosten davonlaufen. Der Forschungsverbund Erneuerbare Energie, der unter Schmids Leitung ein Energiekonzept bis zum Jahr 2050 erstellt hat, rechnete 2012 mit zusätzlichen Kosten für die Umstellung auf nachhaltige Energiequellen von etwa zehn Milliarden Euro. Tatsächlich dürften es aber 24 Milliarden werden, weil vor allem die Photovoltaik, aber auch die Biomasse stärker ausgebaut werden, als es nach Ansicht der Wissenschaftler sinnvoll wäre.

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