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Zum Todestag vor acht Jahren : Kassel gedenkt NSU-Opfer Halit Yozgat

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Zum achten Todestages von Halit Yozgat liegen Blumen um dem Gedenkstein. Halit war das mutmaßlich letzte Opfer der Terrorgruppe NSU. Bild: dpa

Vor acht Jahren ermordete die rechtsextremistische Terrorgruppe NSU Halit Yozgat in seinem Internetcafé in Kassel. Die Stadt hat am Sonntag an dieses Verbrechen erinnert.

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          Kassel hat am Sonntag der Ermordung Halit Yozgats durch mutmaßliche Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) vor acht Jahren gedacht. In einer Rede am Gedenkstein am Halitplatz erinnerten Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich und der Vorsitzende des Kasseler Ausländerbeirates, Kamil Saygin, an das Verbrechen. Insgesamt waren rund 400 Menschen zur Veranstaltung gekommen.

          Yozgats Vater bedankte sich für die Umbenennung des Platzes. Gleichzeitig forderte er erneut, dass die Holländische Straße, in der sein Sohn ermordet wurde, in Halitstraße umbenannt wird. Dies sei sein größter Wunsch: „Wir werden bis ans Ende meines Lebens darauf warten“. Auch der Vorsitzende der türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, setzte sich für diesen Schritt ein. „Bitte springen Sie über Ihren Schatten“, sagte er an die Vertreter der Stadt gewandt.

          Ausstellung im Kasseler Rathaus

          Der Mord an dem damals 21 Jahre alten Halit Yozgat am 6. April 2006 in seinem Internetcafé in Kassel war der letzte von insgesamt neun tödlichen NSU-Attentaten auf Geschäftsleute, die aus der Türkei und Griechenland stammten. Insgesamt werden dem NSU von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge zur Last gelegt. Beate Zschäpe, die derzeit in München vor Gericht steht, ist als Mittäterin an allen Anschlägen angeklagt.

          Im Kasseler Rathaus wird noch bis zum 11. April die Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ gezeigt.

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