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Mainzer Innenstadt : Alles besser als bisher

  • -Aktualisiert am

Es kann nur besser werden: Das Karstadt-Gebäude in Mainz ist arg in die Jahre gekommen. Bild: Frank Röth

Das Karstadt-Areal auf der Ludwigsstraße in Mainz ist ein heiß diskutiertes Thema. Nun befinden sich die Pläne für die Umgestaltung auf einem guten Weg – auch weil sie keinen reinen Einkaufstempel vorsehen.

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          Handel heißt Wandel. Und so wird man schon bald auf dem Mobiltelefon sehen können, ob die gewünschten Lederschuhe in der richtigen Größe und Farbe tatsächlich in der Mainzer Karstadt-Filiale an der Ludwigsstraße vorrätig sind. Vermutlich genügt dann ein Klick, um sich das ausgesuchte Paar reservieren oder aber zur Abholung bereitlegen zu lassen. Wer es lieber mag, kann die begehrte Ware – dank angeschlossenem Logistik-Hub – auch später und zum Wunschtermin zu Hause in Empfang nehmen.

          Damit es in einigen Jahren aber überhaupt noch einen Karstadt in Mainz gibt, und zwar einen, der sich als „internetfähiges Kaufhaus“ versteht, muss der Laden an der „Lu“ dringend auf Vordermann gebracht werden. Eigentümer René Benko jedenfalls scheint dazu bereit, am bewährten Standort, wenngleich auf einer kleineren Fläche, weiterhin Geschäfte zu machen. Dafür aber ist es unerlässlich, das aus der Zeit gefallene graue Gebäudeensemble aus den sechziger Jahren und die Mainzer Haupteinkaufsstraße endlich umzugestalten und neu zu beleben.

          Nachdem sich namhafte Investoren wie das Hamburger Unternehmen ECE an dem Projekt an der Ludwigsstraße verhoben haben, scheint das mehr als 100 Millionen Euro teure Umbau- und Modernisierungsvorhaben nun endlich auf einem guten Weg. Selbst dann, wenn nicht alles gelingen sollte. Weil der neue Investor, ein Team um die Ingelheimer Bauunternehmung Gemünden, bekannt dafür ist, schon im eigenen Interesse auf Wirtschaftlichkeit zu achten, also nichts zu verschenken hat.

          Charakter der Ludwigstraße wird sich ändern

          Jedenfalls dürfte am Ende vieles besser sein als bisher. Da das auf Kleinteiligkeit setzende Konzept keinen reinen Einkaufstempel, sondern eine bunte Mischung vorsieht: neben Kaufhaus, Läden und einer Art „Markthalle“ soll es Platz für Kultur, Gastronomie, einen Club im Keller und ein Stadthotel mit Dachterrasse geben; und an der Fuststraße sind zusätzlich Wohnungen vorgesehen.

          Zweifellos wird sich der Charakter der Ludwigsstraße dadurch verändern, ganz besonders während der mehrjährigen Bauphase inmitten der Altstadt. Nichtstun wäre allerdings die schlechteste Lösung, weil man sich als Mainzer fast schon dafür schämen muss, wie sich die einstige Prachtstraße der Stadt präsentiert.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz und für den Kreis Groß-Gerau.

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