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Eintracht Frankfurt : Plötzlich wieder eine Stütze

Endlich wieder im Mittelpunkt: Torschütze Stefan Aigner wird von Marco Russ (links) und Constant Djakpa (rechts) beglückwünscht. Bild: Wonge Bergmann

In der entscheidenden Phase der Saison blüht Stefan Aigner wieder auf. Und für die Partie in Bremen deutet sich an, dass Alex Meier wieder in den Kader zurückkehrt.

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          Einmal noch durchschnaufen. Einmal noch freimachen. Am Montag also ruhte der Ball bei der Eintracht. Das ist nicht ungewöhnlich, denn zum Wochenstart bleiben die Frankfurter Fußballprofis meist in Deckung. Niko Kovac hält an dieser Tradition fest – und der neue Trainer der Eintracht hat auch keinen Grund, daran etwas zu ändern. Seine Mannschaft gibt ihm schließlich viel von dem zurück, was er der Truppe gibt. Der Lohn des vollzogenen Schulterschlusses: drei Siege am Stück. So viele wie noch nie in dieser Saison, die vielleicht am kommenden Samstag zu Ende geht.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Die Eintracht hat es wieder selbst in der Hand, für ein Happy End zu sorgen. Ein Unentschieden in Bremen – und die nervenaufreibende Spielzeit würde aus Frankfurter Sicht gerade so mit einem blauen Auge enden. Dass die Eintracht überhaupt in diese Ausgangslage gekommen ist und als aktueller Tabellenfünfzehnter die Rettung erster Klasse noch aus eigenem Antrieb schaffen kann, hat sie auch einem Spieler zu verdanken, der spät, aber nicht zu spät so richtig auf Touren gekommen ist: Stefan Aigner. Siegtorschütze zum 2:1 in Darmstadt, Siegtorschütze auch zum 1:0 gegen Dortmund. Selten war Aigner so wertvoll für die Eintracht wie in diesem Frühling.

          Eventuell kehrt Meier gegen Bremen zurück

          Dabei ist diese Saison für den 28 Jahre alten offensiven Mittelfeldspieler eigentlich alles andere als gut verlaufen. Sicherlich: Mit 30 von bislang 33 möglichen Einsätzen hat Aigner erwartungsgemäß viele Spielminuten erhalten. Doch dass er bis zu jenem Auswärtsspiel bei den Darmstädter „Lilien“ erst ein einziges Tor erzielt hatte (im Hinrundenspiel gegen Bremen), „das hat mich schon gewurmt“.

          Tore von Stefan Aigner, Tore auch von Alexander Meier: „Ohne sie geht es nicht“, pflegt Heribert Bruchhagen stets zu sagen. Und es stimmt ja auch. Wenn Aigner und Meier, die beiden langjährigen Frankfurter Vorkämpfer, treffen, kann auch der Ende Juni aus dem Amt scheidende Vorstandsvorsitzende Bruchhagen die Spiele „seiner“ Eintracht entspannter als sonst verfolgen. Nicht ausgeschlossen, dass Meier, der Kapitän der Eintracht, vielleicht am Samstag im Bremer Weserstadion ein letztes Mal in dieser Saison zu einem (Kurz-)Einsatz kommt. Relativ sicher ist in jedem Fall, dass sich der Torschützenkönig der vergangenen Spielzeit an diesem Dienstag wieder im Mannschaftstraining zurückmeldet. Und ganz sicher ist, dass Aigner auch in Bremen wieder in der Frankfurter Startelf steht, sollte er sich nicht verletzen. Egal, ob mit Fuß (wie in Darmstadt) oder mit Kopf (wie gegen Dortmund): Ein Aigner in dieser Verfassung ist eine der wichtigen Säulen der Eintracht.

          Als nach dem überraschenden Coup gegen den BVB viel Lob auf Aigner einprasselte, wiegelte der auch gar nicht ab. „Das tut natürlich gut. Da brauche ich nicht drumherum reden. Es ist schön, wenn man mal wieder trifft. Vor allem, wenn man ein Tor schießt, das zum Erfolg führt.“ Mannschaftskollege Bastian Oczipka, selbst in dieser Spielzeit phasenweise in Tiefs geraten, fand stellvertretend für die Mitspieler aufmunternde Worte für Aigner. „Aiges hat immer gekämpft, nie aufgegeben. Er wollte es immer wieder erzwingen.“ Lange Zeit sei dies nicht geglückt. „Aber jetzt, in der entscheidenden Phase, ist er wieder da. Er macht die Tore – und das brauchen wir als Mannschaft.“

          „Es wäre fahrlässig, auf Unentschieden zu spielen.“

          Tore für den Klassenverbleib, Tore für die Sicherung erstklassiger Arbeitsplätze. In Bremen würde der Eintracht dafür auch schon eine Nullnummer reichen. Doch auf Remis spielen? „Das wollen wir nicht“, sagte Aigner. Was die Eintracht in jedem Fall will: „Wir wollen Platz fünfzehn verteidigen“, sagte Trainer Kovac. „Dafür müssen wir uns noch einmal zusammenreißen. Es wäre fahrlässig, auf Unentschieden zu spielen.“

          Das Weserstadion, keine Frage, ist schon länger ausverkauft. Werder musste Tausende von Kartenwünschen für dieses besondere Spiel ablehnen. Willi Lemke, der einstige Manager und Aufsichtsratschef, der heute normales Mitglied im Kontrollgremium der Bremer ist, spricht vollmundig sogar vom „Spiel des Jahrzehnts“. Um live dabei zu sein, hat der Sport-Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen (UN) sowohl seine Teilnahme an einer UN-Sitzung in Genf als auch eine geplante Dienstreise zum Fifa-Kongress in Mexiko-Stadt abgesagt. Lemke will Werder ganz nah sein. So wie auch Bruchhagen seiner Eintracht beim letzten Bundesligaspiel in offizieller Funktion. Über ein weiteres Tor von Aigner würde sich sicher nicht nur Bruchhagen freuen.

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