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Ritzenhoff-Interview : „Ich habe eine klare politische Agenda“

Führt die Firma Seidel, die Designteile für Kosmetikprodukte herstellt: Andreas Ritzenhoff Bild: dpa

Auch nach dem Rückzug von Angela Merkel hält der Marburger Unternehmer Andreas Ritzenhoff an seiner Kandidatur für den CDU-Vorsitz fest. Er will, dass alle Kandidaten sich der Basis vorstellen.

          Angela Merkel will nicht mehr für den CDU-Parteivorsitz kandidieren, was heißt das für Ihre Kandidatur?

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung und bei dem Wirtschaftsmagazin Metropol.

          Von Anfang an ging es mir um politische Themen. Daran ändert sich nichts. Ich habe weiterhin eine klare politische Agenda, die ich in die Diskussion und in die Partei einbringen will.

          Das heißt, Sie wollen weiter antreten?

          An dem Grund meiner Kandidatur hat sich nichts geändert.

          Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?

          Das hängt davon ab, wie gut es mir gelingt, viele Delegierte zu gewinnen. Es kommen immer mehr Einladungen von CDU-Verbänden, mich persönlich bei ihnen vorzustellen und meine Ziele zu präsentieren.

          Mit welchem Programm wollen Sie dann für sich werben?

          Ich werbe für Inhalte, für die ich als Person stehe. Wir müssen die Einigung Europas zügig voranbringen. Wir müssen verhindern, dass unsere Unternehmen, unser Wohnraum und unsere Bodenflächen weiterhin hemmungslos durch chinesisches Staatskapital übernommen werden. Der Mittelstand muss gestärkt werden. Unser Internet wird das schnellste der Welt, unsere Verwaltung wird systematisch digitalisiert. Die Einwanderung über das Asylgesetz wird gestoppt. Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz und konsequente Armutsbekämpfung. Als CDU treten wir für aktiven Umweltschutz, Klimaschutz und Tierschutz ein.

          Angela Merkel und ihr Mentor, Bundeskanzler Kohl, bei dem CDU-Parteitag 1991. Im Vorjahr ernannte Kohl Merkel überraschend zur Bundesfrauenministerin. Merkel war damals 36 Jahre alt – „mein Mädchen“ nannte Kohl sie. 1999 folgte der Bruch mit ihrem Ziehvater. In einem Gastbeitrag in dieser Zeitung sprach sie sich für die Trennung von Kohl aus, der tief in die Spendengeld-Affäre verstrickt war. Merkel sicherte sich die Zustimmung der Basis – ein wichtiger Schritt für ihren Aufstieg an die Spitze. Bilderstrecke

          Wie wollen Sie die Partei von sich überzeugen? Schließlich sind Sie erst seit einem halben Jahr Mitglied.

          Frau Kramp-Karrenbauer hat erklärt, dass sie als Generalsekretärin an der Diskussionskultur der Partei arbeiten werde. Wenn sie es damit ernst meint, wird sie von der Parteizentrale aus organisieren, dass sich alle Kandidaten in einer offenen und fairen Auseinandersetzung den Mitgliedern und Delegierten stellen können.

          Nun haben auch schon mehrere prominente CDU-Politiker ihr Interesse an einer Kandidatur angemeldet. Was bedeutet das für Sie?

          Es ist großartig, wenn es jetzt zu einer echten Auseinandersetzung um wichtige Zukunftsthemen kommt. Wenn die CDU wieder Vielfalt zulässt und in fairer Weise über die Zukunft diskutiert, wird sie viele Wähler zurück gewinnen.

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