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Kampf gegen Pädophile im Netz : Rhein will Datenspeicherung

  • Aktualisiert am

Erwachsene schleichen sich im Internet in die Chats von Kindern ein und belästigen sie sexuell. Doch nicht immer treffen sie auf ein Kind - manchmal sitzt ein getarnter Polizist am anderen Bildschirm.

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          Auch im Kampf gegen Pädophile im Internet hält der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) eine Mindestspeicherfrist von Kommunikationsdaten für erforderlich. Bei der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung gehe es eben nicht nur um Terrorismus, sagte Rhein am Freitag in Wiesbaden.

          Der Minister stellte in der Landeshauptstadt das Vorgehen des hessischen Landeskriminalamtes gegen Straftäter vor, die im Internet-Chat Kinder und Jugendliche sexuell belästigen. Die Fahnder geben sich im Netz als Kinder oder Jugendliche aus und warten auf unsittliche Angebote. Im Februar waren durch diese Streife im Internet bundesweit 39 Straftäter aufgeflogen.

          Eine „hochgefährliche Art von Tätern“

          Die Täter versuchen, in Chats das Vertrauen von Kindern zu erschleichen und sie zu sexuellen Handlungen zu bewegen (Cybergrooming). „Wir sind im Internet präsent, und das sollte am Ende auch jeder wissen“, warnte Rhein die Pädophilen.

          Die zurückliegende Kommunikation dieser „hochgefährlichen Art von Tätern“ dürften die Ermittler aber nicht verwenden, beklagte der hessische Innenminister. „Eine Mindestspeicherfrist brauchen wir dringend.“ Diese Frage ist seit langem in der Bundesregierung blockiert. Rhein kündigte an, dass er in der Innenministerkonferenz kommende Woche Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) den Rücken stärken werde, die Speicherung gegen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDDP) durchzusetzen.

          Erwachsene werden mit ein paar Klicks zu Kindern

          Um Kinder zu schützen, müssten die Anbieter von Chatforen höhere Sicherheitsstandards gewährleisten, forderte Rhein. „Es kann nicht sein, dass Erwachsene mit ein paar Klicks zu Kindern werden.“ Die Zugangscodes zu den Chats sollten mit der Post versandt werden, damit Teilnehmer aus der Anonymität treten.

          Wenn die Fahnder sich im Netz eine getarnte Identität als Kind zulegen, gebe es sehr schnell unsittliche Angebote, berichtete der Polizeibeamte Sebastian Wolf. Die Täter versuchten, mit den Kindern aus den Chats rasch in Messenger-Dienste mit Kamerafunktion überzuwechseln, um sexuelle Bilder zu ermöglichen.

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