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Kaiserleikreisel : Frankfurt sucht Investor für Multifunktionshalle

Standortfaktor: Auf einem Grundstück in der Nähe des Kaiserlei-Kreisels soll irgendwann eine Multifunktionshalle für bis zu 12.000 Besucher stehen. Bild: Frank Röth

Die Ausschreibung für die geplante Mehrzweckarena am Offenbacher Kaiserlei soll im Frühjahr fertig sein. Frankfurt hat auch schon ein Grundstück gesichert. Doch dem Bau steht noch ein anderer Plan entgegen.

          Ungeachtet planungsrechtlicher Schwierigkeiten bereitet die Stadt Frankfurt eine europaweite Ausschreibung für eine Multifunktionshalle am Offenbacher Kaiserlei-Kreisel vor. Er rechne damit, die Unterlagen im Frühjahr fertig zu haben, sagte Sportdezernent Markus Frank (CDU) auf Anfrage.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ziel sei es, einen Investor zu finden, der das Projekt allein finanziere. Die Kosten werden auf 120 bis 150 Millionen Euro geschätzt. Die Nachbarstädte Frankfurt und Offenbach wollen für das Projekt gemeinsam ein Grundstück von geeigneter Größe zur Verfügung stellen. Nötig seien mindestens 25.000 Quadratmeter, heißt es aus dem Römer. Um die Fläche für eine solche Halle zu reservieren, hat Frankfurt nun eine bis Ende 2014 befristete Option gezogen, die ihr die Stadt Offenbach zugestanden hatte. Der Leiter des Liegenschaftsamts, Alfred Gangel, bestätigte das auf Anfrage. Er sprach von einer „Flächenoption“ und fügte hinzu: „Wenn wir die Halle aufs Gleis setzen, bekommen wir von der Stadt Offenbach 20.000 Quadratmeter als Eigentum übertragen.“ Frankfurt müsse dafür keinen weiteren Kaufpreis entrichten.

          Halle stünde mehrheitlich auf Offenbacher Stadtgebiet

          Der Vorteil für Offenbach wiederum besteht demnach darin, dass die bis zu 12.000 Besucher fassende Multifunktionshalle, die vor allem für Konzerte mittlerer Größe, Kongresse, aber auch für verschiedene Profisportarten genutzt werden soll, weitgehend auf dem eigenem Stadtgebiet stünde. Das Grundstück, für das die Option besteht, liegt direkt an Frankfurter Gemarkung, vorgesehen ist dort laut Bebauungsplan eine gewerbliche Nutzung. Den Rest der benötigten Fläche würde Frankfurt dazugeben.

          Die Stadt Offenbach bestätigte ebenfalls, dass Frankfurt die Option gezogen habe. Aus der Pressestelle hieß es schon vor einiger Zeit, das habe aber „für die Planung des Kreiselrückbaus aus Sicht der Stadt Offenbach keine unmittelbaren Auswirkungen“.

          Bisheriger Plan sieht keine Halle vor

          Zwei Bebauungspläne, die die Offenbacher Stadtverordneten Ende November 2014 beschlossen hatten, sehen vor, den Kreisverkehr am Kaiserlei in eine Kreuzung umzuwandeln, die weniger Fläche benötigt. Das dadurch frei werdende Areal will Offenbach dann zum Ansiedeln neuer Gewerbebetriebe nutzen. Weiter teilte die Pressestelle damals mit, die beiden beschlossenen Bebauungspläne träten mit Jahresbeginn in Kraft, und „ab 2016 wird mit dem Umbau begonnen“. Beide Bebauungspläne sehen ausdrücklich keine Multifunktionshalle vor.

          Doch das könnte sich ändern. Aus dem Römer heißt es, die Option beinhalte auch die Verpflichtung Offenbachs, den einen der Pläne, den „B-Plan610“, zu ändern, falls Frankfurt doch einen Investor bringe. Der Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) sieht das offenbar genauso. In einem Interview, das er dieser Zeitung gemeinsam mit seinem Frankfurter Kollegen Peter Feldmann (SPD) zu Jahresbeginn gab, sagte er: Falls sich ein geeigneter Investor finde, „dann muss ihm Frankfurt die Grundstücke zur Verfügung stellen und Offenbach ein Änderungsverfahren zum gerade beschlossenen B-Plan 610 einleiten“.

          So viel Rückhalt für die Halle gibt es offenbar nicht unter allen Offenbacher Politikern. Nach Ansicht mancher Stadtverordneten blockieren die Hallenpläne den Umbau des Kreisels und die Nutzung des Areals als Gewerbegebiet. Hinzu komme, dass die Stadt dem Bund und dem Land im Fall eines Baus nicht mehr vermitteln könne, dass die Verkehrs- und Kreuzungslösungen am Kaiserlei noch funktionierten. Hierauf aber stützen sich Zuschussanträge für das mehr als 25 Millionen Euro teure Projekt.

          Frankfurt wiederum sorgt sich um einen Erfolg der Ausschreibung. Wegen vieler ungeklärter rechtlicher Fragen muss die Stadt vermutlich nach einem Investor suchen, der im Fall eines Engagements gemeinsam mit Offenbach noch vor erheblicher Arbeit stünde.

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