https://www.faz.net/-gzg-9wqzk

Offenbach : Kaiserlei-Umbau wird teurer

Langwieriger und teurer Umbau: Der Kaiserleikreisel in Offenbach. Bild: Bernd Georg

Das Verkehrsprojekt am Offenbacher Kaiserlei kostet inzwischen wohl 52 statt wie bisher bekannt 37 Millionen Euro. Die Stadt zahlt auch mehr als geplant für den Ausbau der Edith-Stein-Schule.

          2 Min.

          Nach neuesten Kalkulationen der Stadt Offenbach wird der Umbau des Kaiserlei insgesamt rund 52,5 Millionen Euro kosten. Weil der Generalunternehmer immer wieder zusätzliche Arbeiten und Leistungsänderungen gemeldet hat – 70 solcher Nachträge liegen inzwischen vor –, hat die Stadt eine neue Prognose erstellt, wie Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) am Donnerstag nach einer Magistratssitzung am Vorabend mitteilte. Er hob dabei hervor, dass man diese Nachträge keineswegs ohne Prüfung hinnehme, sondern durchaus kritisch ansehe und auch zurückweise.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Am Anfang sollte die Beseitigung des einst größten Kreisverkehrs in Deutschland 37,3 Millionen Euro kosten. Das war 2015. Doch es wurde rasch klar, dass der Rückbau des Kaiserlei-Kreisels in Offenbach mit neuen Autobahnanschlüssen, Kreuzungen und geänderten Straßenverläufen teurer werden würde. Abgesehen davon, dass die ersten Kalkulationen von Beginn an als mindestens knapp galten, führten auch nicht planbare Überraschungen in der Tiefe zu steigenden Kosten. Dazu zählten eine mehr als 300 Meter lange, mit Asbest ummantelte Fernwärmeleitung, nirgendwo verzeichnete Altleitungen und die Suche nach Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg.

          41 Millionen Euro war die letzte Summe, mit der die Stadt plante. Darin war zwar auch ein Posten für Unvorhergesehenes enthalten, aber nach jüngsten Berechnungen ist selbst dieser Puffer nicht ausreichend gewesen, weshalb man noch einmal neu rechnete. Die neue Summe ist schon im Haushalt 2020 berücksichtigt. Ungeachtet der Kostensteigerung geht der Planungsdezernent davon aus, dass der Umbau im Herbst nächsten Jahres abgeschlossen sein wird.

          Teurere Sanierung der Schule wegen Anforderungen an Küche

          Ebenfalls teurer wird die Sanierung und Erweiterung der Edith-Stein-Schule. Für diese Arbeiten sind nun 33,4 statt 30,6 Millionen Euro veranschlagt. Das ist nach Auskunft von Planungsdezernent Weiß der nach wie vor starken Nachfrage am Bau und den damit verbundenen Preissteigerungen geschuldet. Hinzu komme im Fall der Edith-Stein-Schule noch, dass die Küche der Schule ertüchtigt werden muss, um eine Versorgung der Schüler im Ganztagsschulbetrieb sicherstellen zu können. Zu den Anforderungen, die das Kultusministerium stellt, zählen beispielsweise Umkleideräume für das Küchenpersonal vor der eigentlichen Küche, eine abgetrennte Spülküche und eine ebenfalls getrennte Mülllagerung. Nachbesserungen im Entwässerungsystem und am Dach der Schule erhöhen die Kosten zusätzlich.

          Geld kostet die Stadt zwar auch die Software namens Kommunal-Regie, sie soll aber die Koordinierung der verschiedenen Bau- und Infrastrukturmaßnahmen in der Stadt verbessern. Weil in Zukunft beispielsweise alle von verschiedenen Stellen geplanten Arbeiten in den Straßen der Stadt in diesem einen System gespeichert und angezeigt werden. Es soll dadurch nicht mehr dazu kommen, dass Straßen kurz hintereinander aufgerissen und wieder verschlossen werden, weil etwa Energieversorger nicht wissen, dass auch die Wasserleitungen in der Straße erneuert werden sollen.

          Der ESO Stadtservice nutzt die Software bereits und hat damit den Angaben zufolge das Auffinden und Reparieren von Straßenschäden erheblich beschleunigt. Die Kosten für die Beschaffung verschiedener Module und die Wartung belaufen sich den Angaben zufolge in diesem Jahr auf gut 102.000 Euro, im nächsten Jahr auf 216.600 Euro und 2022 auf knapp 151.900 Euro. Von 2023 an fallen nur noch Wartungs- und Servicekosten in Höhe von knapp 108.000 Euro an.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein Bild aus besseren Tagen: Olaf Scholz, Christine Lagarde, Paolo Gentiloni und Bruno Le Maire Mitte Februar in Brüssel

          Ideen von Scholz und Le Maire : EU-Kompromiss zu Corona-Hilfen in Sicht

          Die Politik will den schrillen EU-Streit um Maßnahmen in der Coronakrise deeskalieren. Deutschland und Frankreich verständigen sich auf drei Schritte, die Niederlande machen ein Friedensangebot. Umstritten bleiben die Corona-Bonds.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.