https://www.faz.net/-gzg-9k30t

Missbrauchsfälle in Kirche : Bistümer übergeben Listen zu sexuellem Missbrauch

  • Aktualisiert am

Unter Verdacht: Bistümer haben Listen mit potentiellen Straftätern der Justiz übergeben. Bild: dpa

Um die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche aufzuarbeiten, haben die Bistümer Limburg, Fulda und Mainz der Justiz Informationen zu potentiellen Tatverdächtigen übergeben. Insgesamt werden 266 Personen des sexuellen Missbrauchs angeklagt.

          1 Min.

          Zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche haben die Bistümer Limburg, Fulda und Mainz Unterlagen der Justiz übergeben. In den Listen werden insgesamt 266 potenzielle Tatverdächtige genannt, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Donnerstag mitteilte. „Ob gegen sie ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, ist zu prüfen“, sagte Sprecher Alexander Badle. Zuvor hatten darüber Zeitungen der VRM berichtet.

          Das Bistum Fulda übersandte dem Sprecher zufolge eine Liste mit 32 Personen. Die Diözese Limburg nannte 35 und Mainz 199 Namen. Es handele sich dabei sowohl um Priester als auch um Mitarbeiter kirchlicher Einrichtungen.

          Die Akten „enthalten sämtliche in den Bistümern dokumentierten Fälle, mithin auch solche, die nicht in die Zuständigkeit einer hessischen Strafverfolgungsbehörde fallen“, teilte Badle weiter mit. Zudem Fälle, in denen Tatverdächtige bereits gestorben sind, die verjährt, strafrechtlich nicht relevant oder Ermittlungsverfahren bereits eingeleitet worden sind. Für die weitere Prüfung sollen die Informationen an die örtlich zuständigen Staatsanwaltschaften gehen.

          Die Generalstaatsanwaltschaft und die Bistümer hatten vor einigen Wochen vereinbart, dass detaillierte Listen über die in den innerkirchlichen Untersuchungen festgestellten Fälle zu sexuellem Missbrauch erstellt und an die Ermittler geschickt werden sollen.

          Weitere Themen

          Für Frauen und alle anderen

          Kinothek aus Frankfurt : Für Frauen und alle anderen

          Die Kinothek Asta Nielsen schafft Raum und Sichtbarkeit für kulturschaffende Frauen und Künstlerinnen. Jetzt wird sie vom Land Hessen institutionell gefördert und plant neue Projekte.

          Im Schutzanzug am Seziertisch

          Corona-Leichen : Im Schutzanzug am Seziertisch

          Das Frankfurter Institut für Rechtsmedizin hat jetzt einen eigenen Sektionssaal für „Corona-Leichen“. Die Mediziner sammeln dort vor allem Informationen über die Infektiosität des Virus.

          Topmeldungen

          Michael Zahn hat sich mit Äußerungen zur Wohnungspolitik in Berlin nicht überall beliebt gemacht.

          Deutsche-Wohnen-Chef Zahn : Der unbeliebte Vermieter

          Nach 14 Jahren hat die deutsche Hauptstadt wieder einen Dax-Konzern. Michael Zahn ist der Mann, der ihn führt. Doch viele Berliner sind auf den Immobilienmanager nicht gut zu sprechen.
          Die Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters Wirecard im bayrischen Aschheim.

          Marktmanipulation : Bafin zeigt Wirecard an

          Nach den Vorwürfen wegen Marktmanipulation gegen den Zahlungsdienstleister hat nun die Finanzaufsicht Bafin Anzeige erstattet. Die Geschäftsräume des Unternehmens in Bayern wurden untersucht. Die Vorwürfe richten sich gegen Vorstände.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.