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„Dämliche Idee“ : Junger Mann gibt Schüsse auf Flüchtlingsheim zu

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Tatort: das Flüchtlingsheim in Hofheim, das vor einem Jahr mit Metallkugeln beschossen wurde Bild: dpa

Er hatte mit Freunden „wahnsinnig viel Bier und Wodka“ getrunken, zog dann vor ein Flüchtlingsheim in Hofheim und beschoss es mit einer Pistole. Eine „dämliche Idee“, wie der junge Mann nun vor Gericht meint.

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          Weil er aus einer Gaspistole zehn Schüsse auf eine Asylbewerberunterkunft in Hofheim am Taunus abgegeben hat, muss sich am Mittwoch ein 21 Jahre alter Mann vor dem Amtsgericht Frankfurt verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt ihm Sachbeschädigung zur Last. Durch die drei Millimeter starken Metallkugeln wurde ein Fenster des Wohncontainers beschädigt, das für 650 Euro repariert werden musste.

          Vor Gericht gestand der Angeklagte über seine Verteidigerin die Tat ein, für die er sich schäme. Nach einem durchzechten Abend mit „wahnsinnig viel Bier und Wodka“ seien er und seine Kumpel auf die „dämliche Idee“ gekommen, mit der Gaspistole zunächst auf Verkehrsschilder und dann auf den Container zu schießen. Politische Motive lägen der Tat aber nicht zugrunde.

          Der Staatsanwalt forderte die Teilnahme an einer Alkoholtherapie sowie 150 gemeinnützige Arbeitsstunden. Wenn sich der Angeklagte zwei Jahre lang straffrei halte, sollten keine weiteren Maßnahmen gegen ihn ergriffen werden. Das Gericht will das Urteil noch am Nachmittag verkünden.

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