https://www.faz.net/-gzg-abnry

Jugendliche in der Pandemie : Fernbeziehung mit dem Leben

Auf Abstand: Jugendliche brauchen Kontakt in der Gruppe mehr als Erwachsene. Darum leiden sie in der Pandemie stärker unter den Einschränkungen. Bild: Maximilian von Lachner

Jugendliche trifft die Pandemie besonders hart. Ihre Entwicklung stagniert. Das sagen Psychologen. Aber was sagen sie selbst? Höchste Zeit, sie zu fragen.

          7 Min.

          Wirtschaft kaputt, Psyche im Eimer. Es trifft alle, und keiner kann es mehr hören: Die Pandemie nervt, zerstört Leben und Lebensentwürfe. „Seit Anfang Februar sage ich durchgehend, dass ich nicht mehr kann.“ Das sagt eine Zehntklässlerin aus Frankfurt am Telefon, die wie alle Jugendlichen, die hier zu Wort kommen, anonym bleibt. „Was wir momentan erleben, ist kein Leben, sondern nur Existieren.“ Denn seit mehr als einem Jahr ist sie stark eingeschränkt – kein Sport mehr, keine Treffen mit den Freunden. Nur eine Ausnahme: Einmal ist sie nach der Zeugnisausgabe mit ihnen zu McDonald’s gegangen.

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Jugendliche durften fast gar nicht mehr in die Schule, die Altersgruppe von 14 bis 17 ist seit einem halben Jahr zu Hause gewesen. Die Impfreihenfolge sieht Jugendliche an keiner Stelle vor. Von verpassten Abschlussfahrten, Abiturfeiern, ersten Küssen im Jugendclub ganz zu schweigen. „Es geht um Homeoffice, Wirtschaft, Einkaufen und Noten. Aber unsere Gefühle und was das für uns bedeutet? Pfff.“ Das schreibt eine Befragter der Studie JuCo (Jugend und Corona), in der Forscher der Universitäten Frankfurt und Hildesheim im Herbst 2020 die Lage junger Menschen untersuchten.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Fränzi Kühne, 1983 in Berlin-Pankow geboren, wurde 2017 als damals jüngste Aufsichtsrätin Deutschlands in ein börsennotiertes Unternehmen gewählt.

          Freenet-Aufsichtsrätin : Sind Sie jungen Männern ein Vorbild?

          Fränzi Kühne, Aufsichtsrätin bei Freenet, hat in ihrem Buch viele der Fragen, die ihr in Interviews gerne gestellt werden, anderen Aufsichtsräten gestellt: Männern. Die allerdings fanden diese Fragen oft völlig absurd. Ein Gespräch.