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Frieden unter Religionen : Juden, Christen und Muslime bei Fastenbrechen im Ramadan

  • Aktualisiert am

Heiliger Monat: Muslime beim Fastenbrechen (Symbolbild). Bild: AFP

In Mainz haben Mitglieder verschiedener Religionen gemeinsam das Fastenbrechen gefeiert. Dies war auch Anlass, um über ein gemeinsames Vorgehen gegen Anfeindungen und die Zukunft des Religionsvertrages zu sprechen.

          Über Religionsgrenzen hinweg haben die Teilnehmer eines Fastenbrechens in Mainz zu friedlichem Miteinander aufgerufen und sich gegen Ausgrenzung und Hass gewandt. „Das Grundgesetz behandelt uns alle mit gleicher Würde“, sagte der Vorsitzende der Schura Rheinland-Pfalz, Akif Ünal, am Mittwochabend bei einem Fastenbrechen in Mainz. Auch in einem Klima verbreiteter Islamfeindlichkeit hofften die Muslime auf einen erfolgreichen Klärungsprozess auf dem Weg zu einem Religionsvertrag mit der Landesregierung. Beim Fastenbrechen (Iftar) im islamischen Monat Ramadan verbinde sich die gute Laune der gemeinsamen Mahlzeit mit der „Wertschätzung des Verschiedenen“.

          Der Vorsitzende des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz, Avadislav Avadiev, sagte, Juden, Muslime und Christen seien gleichermaßen Anfeindungen ausgesetzt. Daher gelte es, gemeinsam menschenfeindlichem Populismus zu widerstehen. Der evangelische Dekan Andreas Klodt wies auf Gemeinsamkeiten in der christlichen und muslimischen Fastentradition hin. Pfarrer Markus Kölzer vom Katholischen Dekanat Mainz-Stadt nannte die Barbaros-Moschee der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG), in der das Fastenbrechen stattfand, einen Ort der Stille mitten im geschäftigen Treiben am Rand der Stadt.

          Der Staatssekretär im Kulturministerium, Denis Alt (SPD), bekräftigte das Ziel eines Religionsvertrages mit der Schura und drei weiteren islamischen Verbänden. In den kommenden Monaten werde es zunächst Gespräche über Zielvereinbarungen geben. Dazu gehöre, dass alle islamischen Verbände „frei vom strukturellen Einfluss Dritter“ sein müssten. Alt sagte, „dass das gesellschaftliche Klima im Moment sehr schwierig ist für diese Gespräche“. Die Landesregierung werde aber das Nötigste tun, um den angestrebten Religionsvertrag zu erreichen.

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