https://www.faz.net/-gzg-9n9mi

Frieden unter Religionen : Juden, Christen und Muslime bei Fastenbrechen im Ramadan

  • Aktualisiert am

Heiliger Monat: Muslime beim Fastenbrechen (Symbolbild). Bild: AFP

In Mainz haben Mitglieder verschiedener Religionen gemeinsam das Fastenbrechen gefeiert. Dies war auch Anlass, um über ein gemeinsames Vorgehen gegen Anfeindungen und die Zukunft des Religionsvertrages zu sprechen.

          Über Religionsgrenzen hinweg haben die Teilnehmer eines Fastenbrechens in Mainz zu friedlichem Miteinander aufgerufen und sich gegen Ausgrenzung und Hass gewandt. „Das Grundgesetz behandelt uns alle mit gleicher Würde“, sagte der Vorsitzende der Schura Rheinland-Pfalz, Akif Ünal, am Mittwochabend bei einem Fastenbrechen in Mainz. Auch in einem Klima verbreiteter Islamfeindlichkeit hofften die Muslime auf einen erfolgreichen Klärungsprozess auf dem Weg zu einem Religionsvertrag mit der Landesregierung. Beim Fastenbrechen (Iftar) im islamischen Monat Ramadan verbinde sich die gute Laune der gemeinsamen Mahlzeit mit der „Wertschätzung des Verschiedenen“.

          Der Vorsitzende des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz, Avadislav Avadiev, sagte, Juden, Muslime und Christen seien gleichermaßen Anfeindungen ausgesetzt. Daher gelte es, gemeinsam menschenfeindlichem Populismus zu widerstehen. Der evangelische Dekan Andreas Klodt wies auf Gemeinsamkeiten in der christlichen und muslimischen Fastentradition hin. Pfarrer Markus Kölzer vom Katholischen Dekanat Mainz-Stadt nannte die Barbaros-Moschee der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG), in der das Fastenbrechen stattfand, einen Ort der Stille mitten im geschäftigen Treiben am Rand der Stadt.

          Der Staatssekretär im Kulturministerium, Denis Alt (SPD), bekräftigte das Ziel eines Religionsvertrages mit der Schura und drei weiteren islamischen Verbänden. In den kommenden Monaten werde es zunächst Gespräche über Zielvereinbarungen geben. Dazu gehöre, dass alle islamischen Verbände „frei vom strukturellen Einfluss Dritter“ sein müssten. Alt sagte, „dass das gesellschaftliche Klima im Moment sehr schwierig ist für diese Gespräche“. Die Landesregierung werde aber das Nötigste tun, um den angestrebten Religionsvertrag zu erreichen.

          Weitere Themen

          Bouffier schließt rechtes Netzwerk nicht aus

          Mordfall Lübcke : Bouffier schließt rechtes Netzwerk nicht aus

          Der hessische Landtag zeigt sich von der Entwicklung im Mordfall Lübcke schockiert und fordert umfassende Aufklärung. Der Ministerpräsident hält eine vorschnelle Festlegung auf einen Einzeltäter für unangebracht.

          Egozentrisch, manipulativ, empathielos

          Psychiaterin über Ali B. : Egozentrisch, manipulativ, empathielos

          Im Prozess um die getötete Schülerin Susanna F. aus Mainz berichtet wenige Wochen vor dem Urteilstermin die psychiatrische Gutachterin. Den angeklagten Ali B. beschreibt sie als faulen und frauenverachtenden Mann, der in seinem Leben immer nur an sich selbst gedacht habe.

          EKG für unterwegs Video-Seite öffnen

          Infarkt oder nicht? : EKG für unterwegs

          Eine App fürs Handy und ein Kabel mit Elektroden - Cardiosecur hat ein mobiles EKG entwickelt. Gründer und Geschäftsführer Markus Riemenschneider erklärt im Video, wie das Ganze funktioniert.

          Topmeldungen

          Der 22 Jahre alte Ali B. dementiert weiterhin die Vergewaltigung von Susanna F.

          Psychiaterin über Ali B. : Egozentrisch, manipulativ, empathielos

          Im Prozess um die getötete Schülerin Susanna F. aus Mainz berichtet wenige Wochen vor dem Urteilstermin die psychiatrische Gutachterin. Den angeklagten Ali B. beschreibt sie als faulen und frauenverachtenden Mann, der in seinem Leben immer nur an sich selbst gedacht habe.
          Das Smartphone-Spiel Harry Potter: Wizards Unite soll schon Ende der Woche veröffentlicht werden. Allerdings noch nicht in Deutschland.

          Harry-Potter-Pokemon-Go : Zaubert bald die ganze Welt?

          Pokemon Go kriegt einen Nachfolger. Am Freitag startet „Harry Potter: Wizards Unite“. Die Spieler sollen die Zauberei vor den Muggeln retten. Das Spiel könnte den nächsten Hype auslösen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.