https://www.faz.net/-gzg-wgkc

Judaistik : Schwierige Suche nach dem Juniorprofessor

  • Aktualisiert am

Nicht abschaffen, sondern sogar stärken: So lautete vor zweieinhalb Jahren die Parole, als das Wissenschaftsministerium auf die Verlagerung der Frankfurter Judaistik ans Marburger Orientzentrum verzichtete und stattdessen deren Ausbau ankündigte.

          Nicht abschaffen, sondern sogar stärken: So lautete vor zweieinhalb Jahren die Parole, als das Wissenschaftsministerium auf die Verlagerung der Frankfurter Judaistik ans Marburger Orientzentrum verzichtete und stattdessen deren Ausbau ankündigte. Vorangegangen waren scharfe Proteste gegen den Umzug. Mit dem Jüdischen Museum und dem Fritz-Bauer-Institut sind in Frankfurt zwei Institutionen ansässig, die mittlerweile einen Kooperationsvertrag miteinander abgeschlossen haben. Beiden Einrichtungen steht seit knapp einem Jahr Raphael Gross vor. In Frankfurt solle ein „Zentrum für jüdische Geschichte“ unter dem Dach des Museums entstehen, hieß es vor wenigen Wochen.

          Margarete Schlüter, die dem Seminar für Judaistik an der Frankfurter Universität seit 1994 vorsteht, sagt: „Es ist alles im Fluss.“ Nach wie vor belegten rund 50 Studenten das Fach, es gebe Online-Projekte zum E-Learning und zu biblischen Figuren, und 2009 werde ein großer Kongress zu europäischen Gettos der frühen Neuzeit stattfinden.

          Die 2005 versprochene Juniorprofessur, aus der zwischenzeitlich beinahe eine Professorenstelle für Geschichte und Judaistik geworden wäre, gibt es allerdings noch nicht. Jetzt soll sie doch als Juniorprofessur zum nächsten Wintersemester besetzt werden. Das bestätigte auch Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU), der in diesem Zusammenhang von „gewissen Schwierigkeiten“ sprach. Schlüter erhofft sich von der Berufung einen Schub für Lehre und Wissenschaft. Ebenfalls 2005 war angekündigt worden, eine „Forschungsstelle Jüdische Studien“ zu schaffen, doch auch daraus ist bisher nichts geworden. Für diese Einrichtung hätte es einen Koordinator geben sollen – nun sucht das Fritz-Bauer-Institut jemanden, der die Aktivitäten des Instituts, eines „Zentrums für jüdische Geschichte“ der Universität, des Jüdischen Museums und anderer Partner aufeinander abstimmt.

          Ins Stocken geraten ist laut Schlüter die Umstellung auf das modularisierte Studiensystem. Die ersten Sprachwissenschaftler mit Schwerpunkt Judaistik würden nun ihren Bachelor machen, ein Masterprogramm Jüdische Studien müsse geschaffen werden. Im Hauptfach Judaistik werde noch immer der Magisterabschluss verliehen. Die Bachelormodule, so die Professorin, seien ausgearbeitet gewesen, samt Kooperationen mit anderen Fächern und Instituten. Wegen der geplanten Neuberufungen habe vieles stagniert. Nun werde ein neuer Anlauf genommen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wirtschaft in Amerika : Trumps Sommer des Missvergnügens

          Signale eines Konjunktureinbruchs in Amerika machen Trump nervös. Die Wirtschaftslage könnte seine Wiederwahl 2020 gefährden. Die Reaktion des Präsidenten zeigt ein bekanntes Muster.

          Nach Contes Rücktritt : Linke Regierung in Rom möglich

          Die Sozialdemokraten und die Fünf-Sterne-Bewegung erwägen eine gemeinsame Regierungsarbeit – unter fünf Bedingungen. Staatspräsident Mattarella hat für Dienstag die nächsten Konsultationen angesetzt.
          Der gemeinnützige Verein Deutsches Tagebucharchiv e. V hat seinen Sitz in Emmendingen, einer Stadt im Südwesten Baden-Württembergs.

          Erinnerungen : Einblicke in die deutsche Seele

          Das Deutsche Tagebucharchiv sammelt Lebenserinnerungen und Briefe jeglicher Art – von ganz gewöhnlichen Menschen. Es sind faszinierende Dokumente,die die Vergangenheit spürbar machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.